Pünktlich zum Feiertagswochenende rund um den Hohen Frautentag Mariä Himmelfahrt ist in Südtirol eine altbekannte Debatte neu entfacht worden: die Frage der Sprache auf den Wanderwegweisern in den Bergen. Die Diskussion dreht sich um die Forderung nach durchgängig zweisprachiger Beschilderung, die aktuell für politischen Zündstoff zwischen den politischen Parteien sorgt.
Forderung nach Zweisprachigkeit als Auslöser
Auslöser der aktuellen Auseinandersetzung war eine Forderung von Landeshauptmannstellvertreter Marco Galateo und dem aus Albanien stammenden Bozner Gemeinderat Tritan Myftiu von der Partei Fratelli d’Italia. Sie kritisierten, dass viele Wanderschilder ausschließlich in deutscher Sprache beschriftet sind und forderten eine durchgehende Benennung in Deutsch und Italienisch. Ein oft angeführtes Argument in dieser Debatte ist die Sorge, dass sich italienischsprachige Touristen ohne entsprechende Übersetzung in den Bergen verirren könnten.
Heimatbund kontert mit historischem Verweis
Der Obmann des Südtiroler Heimatbundes (SHB), Roland Lang, wies die Forderung in einer Stellungnahme entschieden zurück und bezeichnete sie als Versuch, ein politisches „Sommerloch“ zu füllen. Lang argumentiert, dass viele der italienischen Orts- und Flurnamen in Südtirol historisch nicht gewachsen, sondern während der Zeit des Faschismus unter Ettore Tolomei künstlich geschaffen wurden. Er verweist zudem auf die unklare amtliche Gültigkeit vieler Toponyme. Das Argument der Sicherheit für Touristen sei bereits widerlegt, so Lang. Er zitiert eine Landtagsanfrage aus dem Jahr 2009, die ergab, dass in den fünf Jahren zuvor keine einzige Person aufgrund einsprachiger Schilder von der Bergrettung habe geborgen werden müssen. Für eine endgültige und gerechte Lösung des Problems schlägt der Heimatbund vor, die Frage der Ortsnamengebung aus der politischen Ideologie herauszulösen und sie stattdessen auf wissenschaftlicher Basis zu klären.




















