Bozen – Die Südtiroler Landesregierung hat am 6. November einen Beschluss gefasst, der den Weg für neue Kollektivvertragsverhandlungen für das Landespersonal ebnet. Auf Vorschlag von Personallandesrätin Magdalena Amhof wurde ein Maßnahmenpaket verabschiedet, das darauf abzielt, besondere Verantwortung stärker anzuerkennen, bestimmte Berufsbilder aufzuwerten und die soziale Solidarität unter den Beschäftigten zu fördern.
Landesrätin Amhof betonte, dass gute öffentliche Dienste qualifizierte und engagierte Mitarbeitende benötigen. Wer besondere Aufgaben und große Verantwortung trägt oder Kollegen in schwierigen Lebenslagen unterstützt, verdiene eine angemessene Anerkennung. Mit dem neuen Verhandlungsauftrag will die Landesregierung das Landespersonal gezielt stärken und die Landesverwaltung als moderne und soziale Arbeitgeberin weiterentwickeln.
Geplante Maßnahmen und finanzieller Rahmen
Die Landesagentur für die Gewerkschaftsbeziehungen wird nun beauftragt, mit den repräsentativen Gewerkschaften des Bereichskollektivvertrages für die Landesverwaltung über die einzelnen Maßnahmen zu verhandeln. Ziel ist die Vorunterzeichnung eines Vertragsentwurfs. Zu den geplanten Neuerungen gehören Prämien für hochspezialisierte Tätigkeiten sowie Zulagen für Mitglieder und Schriftführer von Prüfungskommissionen bei Auswahlverfahren. Auch die Zulage für verantwortliche Arbeitsschutzfachkräfte soll an ihre gewachsenen Aufgaben und ihre zivil- und strafrechtliche Verantwortung angepasst werden.
Ein weiterer Fokus liegt auf der Aufwertung spezifischer Berufsgruppen. Das Berufsbild Raumpfleger soll neu eingestuft werden, während die Berufsbilder Schulwart und Hilfskraft entsprechend ihrer effektiven Tätigkeiten neu definiert werden sollen. Zudem ist die Einführung einer solidarischen Abtretung von Urlaub und Ruhetagen vorgesehen. Beschäftigte könnten damit freie Tage an Kollegen weitergeben, die beispielsweise ein minderjähriges Kind mit besonderem Pflegebedarf betreuen. Eine eigene Vergütung für den sofortigen Einsatz beim Landeslagezentrum ist ebenfalls geplant.
Für die Umsetzung dieser zusätzlichen Vertragsziele stehen in den Jahren 2027 und 2028 jeweils maximal 760.000 Euro zur Verfügung. Der Beschluss legt die Ziele und den finanziellen Rahmen fest, die konkrete Ausgestaltung wird in den Verhandlungen mit den Gewerkschaften erarbeitet.





















