Die heutige Ernennung von Florian Zerzer zum Direktor der Landesabteilung für Natur, Landschaft und Raumentwicklung durch die Landesregierung hat umgehend scharfe politische Kritik ausgelöst. Die Grünen im Südtiroler Landtag bezeichnen die Entscheidung als „Ohrfeige“ für viele Bürger und Angestellte der Verwaltung und werfen der politischen Führung vor, den breiten Unmut im Vorfeld ignoriert zu haben.
„Dass eine politische Führung darauf nicht reagiert, ist sowohl ethisch als auch strategisch kaum nachvollziehbar“, erklärte die Fraktionsvorsitzende der Grünen, Brigitte Foppa. Sie kritisiert eine „gewaltige Vermischung“ von Politik und Verwaltung, da Abteilungsdirektoren die Unabhängigkeit der Verwaltung auch gegenüber der Politik verteidigen müssten. Die bisherige, parteiübergreifend anerkannte Direktorin Virna Bussadori habe stets demokratische Abläufe garantiert. „Dafür ist nun Zerzer nicht gerade bekannt“, so Foppa.
In diesem Zusammenhang verweist die Grünen-Politikerin auf die Rolle Zerzers in der „Maskenaffäre“ während der Covid-Pandemie. Sie erinnert an die Ermittlungen und die Erkenntnisse des Untersuchungsausschusses, wonach aus Zerzers Büro eine E-Mail zu den mangelhaften Schutzmasken aus China zurückgerufen worden sei.
Die Grünen sehen die Ersetzung der Expertin Bussadori durch Zerzer als „verheerendes Signal“. Dies gelte umso mehr, als Bussadori auch den Vorsitz der Landeskommission für Raum und Landschaft innehatte. Die Regierung habe sich ins Koalitionsprogramm geschrieben, dieses Gremium mit externen Experten zu besetzen. „Jetzt wird gleich die Chefin ausgetauscht“, kritisieren die Grünen Abgeordneten und warnen, die Landesregierung bewege sich mit diesem Kurs „ins Abseits“.




















