Ein vermeintlicher Zwang zum Gendern an Südtiroler Schulen sorgt für politische Unruhe. Die Landtagsabgeordnete Myriam Atz von der Süd-Tiroler Freiheit hat das Thema mit einer offiziellen Anfrage an die Landesregierung auf die politische Agenda gesetzt. Anlass sind Berichte von Oberschülern und angehenden Lehrkräften, die sich unter Druck gesetzt fühlen, geschlechtersensible Sprache zu verwenden.
Laut Atz wird der Zwang teils von einzelnen Lehrpersonen, teils von der Bildungsdirektion selbst ausgeübt. Die Freiwilligkeit sei dabei nicht mehr gegeben. Die Abgeordnete will nun klären, auf welcher rechtlichen Grundlage solche Vorschriften basieren und wie die Landesregierung die Bewertungsfreiheit sicherstellen will.
Schlechtere Noten und umstrittene Wortverbote?
Die Vorwürfe, die an die Politikerin herangetragen wurden, sind konkret: Schülern und Teilnehmern der Lehrerausbildung sei unmissverständlich mitgeteilt worden, dass die Weigerung zu gendern zu Punktabzügen oder einer schlechteren Benotung führen würde. In einigen besonders umstrittenen Fällen sollen sogar alltägliche Wörter wie „herrlich“ oder „dämlich“ aufgrund ihres sprachlichen Ursprungs aus dem Unterricht verbannt worden sein.
Für Atz ist dies ein inakzeptabler Eingriff. Sie betont, dass die Bewertung von schulischen und akademischen Arbeiten sich ausschließlich am Inhalt und nicht an „ideologischen Sprachvorgaben“ orientieren dürfe. Die Verwendung des generischen Maskulinums sei sprachwissenschaftlich korrekt und dürfe nicht zu Nachteilen führen.
Sorge vor Verschärfung des Lehrermangels
Mit ihrer Landtagsanfrage fordert die Süd-Tiroler Freiheit nun eine klare Stellungnahme der Regierung. Es müsse garantiert werden, dass die sprachliche Gestaltung frei bleibt und die Bewertungsmaßstäbe fair und transparent sind. „Schule muss ein Ort des freien Denkens und der sachorientierten Bildung sein, nicht ein Labor für sprachpolitische Experimente“, unterstreicht Atz. Sie warnt zudem davor, dass ein solcher Zwang den ohnehin schon gravierenden Personalmangel an den Schulen weiter verschärfen könnte, indem er junge Menschen vom Lehrerberuf abschreckt.




















