Die kürzlich gestartete, aber schnell wieder beendete Gutscheinaktion der IDM Südtirol zur Förderung nachhaltiger Bahnanreisen sorgt für Diskussionen. Der Wirtschaftsverband hds und dessen Fachgruppe der Werbefachleute Target kritisieren die konzeptionellen und technischen Schwächen, die zum vorzeitigen Abbruch der Initiative führten. Bereits zwei Tage nach dem Start musste die Aktion gestoppt werden, da ein nicht personalisierter Rabattcode öffentlich verbreitet wurde – ein vermeidbares Risiko, so die Experten.
Arnold Malfertheiner, der Präsident von Target, äußert sich kritisch: „Wenn ein einziger öffentlich einsehbarer Code genügt, um eine gesamte Maßnahme zum Scheitern zu bringen, stellt sich die Frage, wie durchdacht dieses Projekt tatsächlich war.“ Ursprünglich waren personalisierte Codes über das Portal suedtirol.info vorgesehen. Als die Buchungszahlen jedoch hinter den Erwartungen zurückblieben, wechselte man zu einem generellen Code, was das Scheitern besiegelte. Die fehlende Sicherheitsüberlegung, wie etwa die Bindung an eine Buchung oder der Einsatz von Einmal-Codes, wirft Fragen zur Umsetzungskompetenz auf – insbesondere, da öffentliche Mittel eingesetzt wurden.
Die Südtiroler Werbe- und Kommunikationsbranche sieht in dieser Aktion auch eine verpasste Chance zur Einbindung lokaler Kompetenzen. Target beobachtet, dass zentrale Budgets für digitale Kommunikation und Onlinewerbung oft an ausländische Anbieter vergeben werden, obwohl Südtirol über zahlreiche kompetente Dienstleister mit tiefem Marktverständnis verfügt. „Gerade eine Standortagentur wie die IDM sollte alles daransetzen, regionale Kompetenzen zu nutzen und Wertschöpfung vor Ort zu halten”, betont Malfertheiner. Dies gelte besonders seit der Eingliederung der Business Location Südtirol (BLS), deren Aufgabe es war, die wirtschaftliche Entwicklung des Landes zu fördern und lokale Potenziale sichtbar zu machen.




















