Die italienische Regierung hat eine umfassende Reform der Verhaltensnote an Sekundarschulen beschlossen. Diese tritt ab dem Schuljahr 2025/2026 in Kraft. Die wichtigste Neuerung ist, dass eine 6 im Verhalten künftig nicht mehr ausreicht, um automatisch in die nächste Klasse versetzt zu werden. Stattdessen wird die Schwelle auf eine Mindestnote von 7 angehoben.
Bildungsminister Giuseppe Valditara, der die Reform initiiert hat, betont, dass die Maßnahme den Bildungswert der Schule und die Einhaltung von Regeln stärken soll. Schüler:innen, die eine 6 im Verhalten erhalten, werden nicht direkt durchfallen, sondern ihre Versetzungsentscheidung wird ausgesetzt. Während der Sommerferien müssen sie eine Arbeit zu Themen der aktiven Bürgerschaft verfassen, die sich auf die Gründe für die schlechte Note bezieht. Die Klassenkonferenz bewertet diese Arbeit und entscheidet anschließend über die Versetzung. Diese Regelung gilt sowohl für Mittel- als auch für Oberschulen.
Die Regierung will der Verhaltensnote wieder eine stärkere erzieherische Rolle zukommen lassen. Das Verhalten der Schüler wird das ganze Schuljahr über genau beobachtet, auch im Hinblick auf eventuelle Gewalt- oder Aggressionsakte.
Eine weitere bedeutende Änderung betrifft Disziplinarmaßnahmen. Anstelle von reinen Suspendierungen können Schulen künftig alternative Maßnahmen ergreifen. Dazu gehören beispielsweise Reflexionsaktivitäten zum eigenen Verhalten oder Projekte der solidarischen Bürgerschaft in lokalen Einrichtungen und Vereinen. Das Ziel besteht darin, Sanktionen in Bildungsinstrumente zu verwandeln, die die Schüler zur Verantwortung ziehen und ihren Bürgersinn stärken. Um einen reibungslosen Übergang zu gewährleisten, plant das Bildungsministerium eine Informationskampagne für Schüler, Familien und Schulpersonal.




















