Der Wirtschaftsverband für Handwerk und Dienstleister (lvh.apa) engagiert sich aktiv für den Tierschutz im Bauwesen. Bei einem Treffen mit Hanspeter Staffler vom Dachverband für Natur- und Umweltschutz diskutierten Vertreter des lvh, darunter Direktor Walter Pöhl und Vorstandsmitglied Horst Pichler, über Maßnahmen zum Schutz von Vögeln vor tödlichen Kollisionen mit Glasfassaden.
Hintergrund sind alarmierende Zahlen: Schätzungen zufolge sterben in Südtirol jährlich über 10.000 Vögel an Glasstrukturen wie Fassaden, Lärmschutzwänden oder Bushaltestellen. Besonders spiegelndes oder klares Glas stellt eine „unsichtbare Falle” dar, da es für Vögel nicht wahrnehmbar ist.
„Das Handwerk übernimmt hier Verantwortung. Unsere Betriebe sind bereit, gemeinsam mit Planern, Behörden und Umweltschützern Lösungen zu erarbeiten und umzusetzen”, erklärte LVH-Direktor Walter Pöhl. Er fordert zudem, das Thema politisch stärker zu verankern. Konkret plädiert der LVH für die verpflichtende Verwendung von Vogelschutzglas bei öffentlichen Bauprojekten. Dieses Spezialglas verfügt über UV-reflektierende Beschichtungen, die für Vögel sichtbar, für Menschen jedoch kaum wahrnehmbar sind. In der Schweiz und Österreich ist diese Technik bei modernen Bauten bereits Standard und die Mehrkosten liegen bei zehn Prozent.
Der lvh verfolgt eine mehrstufige Strategie, um diese Standards in Südtirol zu etablieren: Künftige Vorgaben sollen im Rahmen des Regionalen Planungsverfahrens (RPV) verankert werden. Parallel dazu arbeitet der Verband mit Architekten zusammen, unter anderem bei einem geplanten Treffen mit Wolfgang Thaler von der Kammer der Ziviltechniker im August. Zudem koordiniert lvh-Vorstandsmitglied Horst Pichler Gespräche mit Glasherstellern zur Materialverfügbarkeit, während ein Weiterbildungsprogramm für Planer vorbereitet wird. Eine Wanderausstellung soll zusätzlich die Sensibilisierung in Gemeinden und Institutionen fördern.
Obmann Heinrich Hauser betont: „Glas kann modern, funktional und gleichzeitig tierfreundlich sein – wenn man die richtigen Entscheidungen trifft.” Der lvh setzt sich somit für klare Standards, praxisnahe Lösungen und ein gemeinsames Bekenntnis zu einem nachhaltigeren Bauen in Südtirol ein.




















