Im schwelenden Streit um die mehr als 1.000 unbesetzten Lehrerstellen in Südtirol hat die Partei Süd-Tiroler Freiheit die offizielle Darstellung der Ursachen scharf kritisiert. Sie widerspricht der Einschätzung von Bildungsdirektor Gustav Tschenett, wonach viele Lehrkräfte bewusst auf Direktberufungen spekulieren würden, anstatt Stellen über die Ranglisten anzunehmen.
Nach Ansicht der Oppositionspartei, die sich auf Aussagen von Mitgliedern mit Lehrerfahrung stützt, ist diese Darstellung realitätsfern. Vielmehr seien es „hausgemachte” bürokratische Hürden, die den Mangel verschärfen und qualifizierte Kräfte vom System fernhalten. So würden Direktberufungen oft genutzt, um Personen ohne passenden Abschluss einzustellen, da der Zugang für eigentlich geeignete Kandidaten künstlich erschwert werde.
Als konkretes Beispiel nennt die Partei restriktive Vorgaben, die es Lehrern mit DaZ-Ausbildung (Deutsch als Zweitsprache) verwehren, sich in die entsprechenden Ranglisten einzutragen. Zudem fehlen für das neue Fach Ethik nach wie vor Rangordnungen, obwohl die Voraussetzungen seit 2024 klar sind. Ein weiterer Kritikpunkt ist die ausgesetzte Lehrerausbildung, die mit der Anpassung an staatliche Gesetze begründet wird, obwohl das Land seit 2019 autonom handeln könnte.
Die Süd-Tiroler Freiheit fordert daher einen sofortigen Abbau dieser Hürden, um die Qualität des Unterrichts zu sichern und eine Benachteiligung qualifizierter Absolventen zu beenden.




















