Angesichts eines verheerenden und unkontrollierten Waldbrandes am Vesuv hat die italienische Regierung am Samstagabend den nationalen Notstand ausgerufen. Eine mehrere Kilometer lange Feuerfront frisst sich durch die Wälder des Nationalparks am Monte Somma und hat bereits Hunderte Hektar Vegetation zerstört. Die Behörden vor Ort gehen von Brandstiftung aus.
„Ich habe soeben das Dekret unterzeichnet, um zur Unterstützung der Region Kampanien den außerordentlichen Mobilisierungszustand des nationalen Zivilschutzes zu verhängen”, erklärte Zivilschutzminister Nello Musumeci. Diese Maßnahme sei nach dem Großbrand im Nationalpark notwendig geworden und mit der Region abgestimmt. Musumeci folgte damit dem dringenden Aufruf des Präsidenten der Region Kampanien, Vincenzo De Luca.
Die Lage vor Ort bleibt dramatisch. Über 150 Einsatzkräfte kämpfen am Boden gegen die Flammen, unterstützt von einer Armada aus Löschflugzeugen und Hubschraubern, darunter sechs Canadair-Maschinen. Doch starker Wind und eine anhaltende Hitzewelle erschweren die Löscharbeiten erheblich. Der Bürgermeister von Terzigno, Francesco Ranieri, wo der Brand ausbrach, spricht von „schrecklichen Stunden”. Nur durch den unermüdlichen Einsatz der Helfer konnten Evakuierungen bisher vermieden werden.
Während der Kampf gegen die Flammen andauert, warnen Experten bereits vor den langfristigen Folgen. Die Italienische Geologische Gesellschaft schlägt Alarm: Die verbrannten Hänge sind nun extrem anfällig für Erdrutsche. „Die vom Feuer hinterlassene ‚Narbe‘ schwächt das Gebiet“, erklärt Präsident Rodolfo Carosi. Durch den Klimawandel würden Starkregenfälle zunehmen, wodurch eine massive Bodeninstabilität drohe. Für den Vesuv, der bereits von den verheerenden Bränden des Jahres 2017 gezeichnet ist, bedeutet dies eine weitere Umweltkatastrophe mit noch unabsehbaren Folgen.




















