Das Aquatische Artenschutzzentrum in Schenna ist ein Vorzeigemodell für den Schutz aquatischer Arten in Südtirol. In diesem Jahr feiert es einen bemerkenswerten Erfolg: Erstmals werden über 100.000 Jungfische der Marmorierten Forelle, der einzigen heimischen Forellenart Südtirols, für den Besatz in heimischen Gewässern bereitgestellt. Grundlage hierfür ist die erfolgreiche Gewinnung von rund 360.000 Forelleneiern im vergangenen Herbst.
Er ist das Ergebnis langjähriger Aufbauarbeit und eines einzigartigen, naturnahen Haltungskonzepts, das eine Domestizierung und Hybridisierung der Fische gezielt vermeidet. Daniel Eisendle, Koordinator des Zentrums, betont, dass der Fokus auf Qualität statt Quantität liegt. Alle eingesetzten Mutterfische stammen aus Wildbeständen und sind genetisch lückenlos dokumentiert. Ein speziell entwickeltes Verkreuzungsprotokoll sichert zudem eine hohe genetische Vielfalt, die für die Überlebensfähigkeit der Fische in der Natur entscheidend ist.
Im Gegensatz zur klassischen Fischzucht, die oft zu domestizierten und weniger überlebensfähigen Fischen führt, orientieren sich Haltung und Fütterung in Schenna konsequent am natürlichen Lebensraum. In einem 180 Meter langen Fließgerinne, das einen alpinen Bachlauf simuliert, ernähren sich die heranwachsenden Mutterfische von Insekten, Plankton und Beutefischen.
Landesrat Luis Walcher, zuständig für Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Tourismus, zeigte sich bei seinem Besuch beeindruckt. Er hob hervor, dass dank gezielter Investitionen und Ausgleichszahlungen aus der Wassernutzung notwendige Infrastrukturen geschaffen und angepasst wurden, wodurch das Zentrum heute über die Landesgrenzen hinaus Anerkennung genießt.
Seit 2017 sind alle Schutzmaßnahmen für die Marmorierte Forelle im Projekt „MarmoGen” gebündelt, in dem die Expertise des Landesamtes für Wildtiermanagement, der Fondazione Edmund Mach und des Aquatischen Artenschutzzentrums zusammengeführt wird. Entscheidend ist auch die enge Zusammenarbeit mit Fischereivereinen und Brutanstalten. Trotz der sichtbaren Erfolge bleibt der Schutz der Marmorierten Forelle eine langfristige Aufgabe, die eine konsequente wissenschaftliche Begleitung und genetische Kontrolle erfordert.




















