Viele Südtiroler fragen sich, wie es mit der Entsorgung von ausgedienter Kleidung weitergeht, nachdem die Caritas angekündigt hat, ihre Altkleidersammlung mit Ende 2025 zu beenden. Das zuständige Landesressort für Umwelt- und Klimaschutz gibt nun Entwarnung: Die Sammlung ist auch in Zukunft gesichert, und für die Bevölkerung bleibt alles beim Alten.
Obwohl seit Anfang 2025 eine neue EU-Regelung in Kraft ist, die eine getrennte Sammlung von Textilabfällen vorschreibt, hat dies für Südtirol keine unmittelbaren Auswirkungen. Italien hat eine entsprechende Vorschrift bereits seit 2022 umgesetzt, und alle 116 Gemeinden des Landes erfüllen diese Vorgabe bereits lückenlos.
Sammlung über Recyclinghöfe läuft unverändert weiter
Der zuständige Landesrat Peter Brunner betont, dass die Sammlung von Altkleidern wie gewohnt fortgesetzt wird. Die Bürger können ihre Textilien weiterhin bei den gemeindeeigenen Recyclinghöfen oder den Wertstoffsammelstellen abgeben. Die Gemeinden, die jährlich zwischen 2.000 und 3.000 Tonnen Textilabfall bewältigen, müssen die Dienstleistung künftig neu ausschreiben und sich dafür an andere Betreiber als die Caritas wenden. Im Hintergrund laufen bereits Gespräche zwischen dem Gemeindenverband und dem Landesamt für Abfallwirtschaft, um die Weichen für die Zukunft zu stellen. Dabei wird auch die mögliche Errichtung einer landesweiten Sortieranlage geprüft.
Appell für bewussten Konsum und Wiederverwendung
Unabhängig von der organisierten Sammlung rückt die Abfallvermeidung immer stärker in den Fokus. Initiativen wie Kleiderkammern oder Tauschplattformen, die gut erhaltener Kleidung ein zweites Leben schenken, werden von der Politik begrüßt. Dennoch liegt der wirksamste Hebel laut Giulio Angelucci, Direktor des Landesamtes für Abfallwirtschaft, beim Einzelnen. „Wer weniger, dafür Kleidung aus Naturfasern wie Baumwolle, Leinen oder Wolle kauft, leistet einen direkten Beitrag zur Abfallvermeidung“, so Angelucci. Hochwertige Materialien seien langlebiger, leichter zu reparieren und am Ende ihres Lebenszyklus besser recycelbar. Die Reduzierung des Konsums sei neben dem Recycling der wichtigste Schritt in Richtung einer funktionierenden Kreislaufwirtschaft.




















