Den Carabinieri der Provinzen Foggia und Campobasso ist ein entscheidender Schlag gegen den organisierten Handel mit gestohlenen Fahrzeugen gelungen. In einer koordinierten Aktion wurden am Montagmorgen 20 Haftbefehle gegen Verdächtige aus der Provinz Foggia vollstreckt. Die Vorwürfe wiegen schwer und reichen von bandenmäßigem Diebstahl über Hehlerei und Geldwäsche bis hin zu illegalem Waffenbesitz.
Die aufwendigen Ermittlungen, geleitet von der Staatsanwaltschaft Foggia, enttarnten die Machenschaften von zwei professionell agierenden Gruppen. Diese hatten sich darauf spezialisiert, Pkw und Nutzfahrzeuge in verschiedenen Regionen wie Apulien, den Abruzzen, Molise, den Marken und Kampanien zu entwenden.
Professionelle Banden agierten überregional
Die gestohlenen Fahrzeuge wurden anschließend in die Gegend von San Severo gebracht, um dort in illegalen Werkstätten zerlegt oder als Ganzes weiterverkauft zu werden. Die Ermittler konnten durch die Überwachung von Werkstätten und Schrottplätzen die Verstecke und Demontageorte ausfindig machen. Um die Identifizierung der gestohlenen Autos zu erschweren, manipulierten die Täter Fahrgestellnummern und Kennzeichen. Die Diebe, die oft auf Bestellung handelten und für ein gestohlenes Fahrzeug nur 100 Euro Lohn erhielten, waren mit moderner Technik wie speziellen Steuergeräten ausgestattet. Brisant ist, dass drei der Hauptverdächtigen bereits im Februar 2024 bei einer ähnlichen Operation festgenommen worden waren und ihre kriminellen Aktivitäten nach ihrer Entlassung aus dem Hausarrest nahtlos fortsetzten.
Millionenschaden und eine menschliche Tragödie
Die Operation führte zur Aufklärung von insgesamt 28 Fahrzeugdiebstählen. Bereits im Vorfeld konnten die Carabinieri 24 Autos und acht Lieferwagen sowie unzählige Ersatzteile im Gesamtwert von rund einer Million Euro sicherstellen. Zudem wurde in San Severo eine Halle beschlagnahmt, die als zentrale Werkstatt für die Zerlegung der Fahrzeuge diente. Die Ermittlungen brachten auch eine menschliche Tragödie ans Licht: Der tödliche Unfall eines Minderjährigen aus Foggia konnte als Folge eines Autodiebstahls rekonstruiert werden. Der Jugendliche hatte sich während der Fahrt mit dem gestohlenen Wagen live in einem sozialen Netzwerk gefilmt, dabei die Kontrolle verloren und war tödlich verunglückt. Von den 20 Beschuldigten befinden sich sieben in Untersuchungshaft, vier stehen unter Hausarrest.




















