Bregenz – Die Regierungschefs der Arbeitsgemeinschaft Alpenländer (Arge Alp) sind am Freitag zu ihrer 57. Konferenz in Bregenz zusammengekommen. Bei dem Treffen übergab das Land Vorarlberg den Vorsitz für das kommende Jahr an den Freistaat Bayern. Die Teilnehmer berieten schwerpunktmäßig über die wirtschaftliche Entwicklung und den Erhalt traditioneller Tätigkeiten im Alpenraum, wobei insbesondere die Unterstützung der Berglandwirtschaft thematisiert wurde. An dem Treffen nahmen unter anderem der Trentiner Landeshauptmann Maurizio Fugatti und Südtirols Landeshauptmann Arno Kompatscher teil.
Laut Fugatti müsse die Aufmerksamkeit verstärkt auf das Thema Wasser gelenkt werden. Er verwies darauf, dass Europa weiterhin in die Unterstützung der Gebiete investieren müsse. In der Provinz Trient seien etwa 110 Millionen Euro aus dem Aufbauplan PNRR für Trinkwasserleitungen bereitgestellt worden. In Trockenperioden stelle das Berggebiet zwar Wasser für die Ebene zur Verfügung, doch dafür sei eine moderne Infrastruktur mit innovativer Technologie notwendig. Zudem forderte Fugatti eine Kurskorrektur der Europäischen Union beim Thema Großraubtiere. Wölfe und Bären bereiteten der Berglandwirtschaft nicht nur im Trentino Probleme. Die Arge Alp müsse hier eine entschlossene Position einnehmen.
Die Regierungschefs verabschiedeten mehrere Resolutionen. Eine davon betrifft die Zukunft der Berglandwirtschaft, mit der die Arge Alp die lokale Produktion und den Schutz alpiner Gebiete stärken will. Eine weitere Resolution zur Wasserresilienz betont die Qualität und Sicherheit der Versorgung sowie die Verteidigung der öffentlichen Souveränität über die Wasserressourcen. Durch eine verstärkte Zusammenarbeit zwischen den Mitgliedsländern soll eine Erschöpfung der Vorräte verhindert werden. In einer Resolution zur Energiewende wurde das Ziel formuliert, die energetische Unabhängigkeit der Gemeinschaften zu fördern und den Alpenraum als Motor für Innovation zu positionieren.
Das Land Trient stellte zudem eine Initiative zur Sensibilisierung der Bevölkerung für das Verhalten bei Hochwassergefahr vor. An dem Projekt arbeiten auch Südtirol, die Lombardei, die Länder Tirol und Salzburg sowie der Kanton Tessin mit. Operative Leitlinien dazu sollen im Oktober 2027 in Trient präsentiert werden. Bereits am Vortag hatten sich die Regierungschefs mit Vertretern der EU-Strategie für den Alpenraum (EUSALP) getroffen, um über Wirtschaft, Mobilität und Künstliche Intelligenz zu beraten.
Die Arbeitsgemeinschaft Alpenländer wurde 1972 im Tiroler Mösern gegründet. Ihr gehören zehn Länder, Provinzen und Kantone aus Deutschland, Österreich, Italien und der Schweiz an, die insgesamt rund 26 Millionen Menschen repräsentieren.





















