Isera – Nach dem Abschluss der archäologischen Grabungen an der römischen Villa in Isera hat das Land die Ausgrabungsstätte für die Öffentlichkeit geöffnet. Bei geführten Besichtigungen erhielten Besucher am Freitag erste Einblicke in die Ergebnisse der Untersuchungen an dem antiken Bauwerk aus dem ersten Jahrhundert nach Christus.
Das Gebäude an der Piazza Damiano Chiesa gilt als bedeutendes Zeugnis der augusteischen Architektur im Trentino. Laut der Landesrätin für Kultur, Francesca Gerosa, biete die Zugänglichkeit der Fundstelle eine wichtige Möglichkeit für die kulturelle Entwicklung des gesamten Territoriums. Sie hob hervor, dass die Pflege der historischen Erinnerung und der archäologischen Stätten ein zentrales Anliegen der Provinz sei. Die Öffnung des Ortes gebe einem Raum neues Leben, der von den Wurzeln der Region erzähle. Die Maßnahmen wurden durch eine Zusammenarbeit zwischen der Provinz und der Gemeinde Isera ermöglicht.
Die archäologischen Untersuchungen wurden vom Amt für archäologisches Erbe der Autonomen Provinz Trient koordiniert. Bei den Führungen erläuterte die Grabungsleiterin Barbara Maurina die architektonischen Details des herrschaftlichen Anwesens. Die Villa wurde nach den Regeln des römischen Architekten Vitruv erbaut und ist mit Wandmalereien im pompejanischen Stil geschmückt. Das terrassierte Gebäude verfügte über Panoramasäle mit Blick auf das Etschtal sowie Gartenanlagen.
Die Überreste der Villa wurden bereits Ende der 1940er-Jahre beim Bau eines Kindergartens entdeckt. Während damals große Teile der Fundstelle zerstört wurden, blieben einige Schichten unter dem Gebäude erhalten. Nach verschiedenen Grabungskampagnen zwischen 1973 und 2004 begann im Jahr 2019 ein umfassendes Projekt zur Sicherung des Standorts. Dabei wurde der mittlerweile stillgelegte Kindergarten abgerissen, um die verbliebenen antiken Strukturen freizulegen. In Zusammenarbeit mit der Gemeinde und der Stiftung des Stadtmuseums von Rovereto konnte das Areal zudem mit einer neuen, stabilen Überdachung geschützt werden.





















