Bozen – Die Südtiroler Landesregierung hat am 23. Oktober neue Förderrichtlinien für den Kombiverkehr genehmigt. Damit will sie den Gütertransport von der Straße auf die Schiene verlagern und die Straßen entlang des Brennerkorridors entlasten. Für die Jahre 2026 bis 2028 stellt das Land jährlich 3 Millionen Euro bereit, was einer Gesamtsumme von 9 Millionen Euro entspricht.
Mobilitätslandesrat Daniel Alfreider betonte, dass der Brennerkorridor eine der wichtigsten europäischen Verkehrsachsen sei und der Schwerverkehr das Land täglich vor große Herausforderungen stelle. Die Strategie der Landesregierung zielt darauf ab, einen immer größeren Anteil des Güterverkehrs auf der Schiene abzuwickeln. Dies erfordere leistungsfähige Infrastrukturen, verlässliche Verbindungen und Anreize, die den Schienengüterverkehr für Unternehmen wirtschaftlich attraktiv machen.
Anpassung der Förderberechnung
Die neuen Richtlinien passen das Südtiroler Fördersystem an aktuelle europäische Vorgaben für Beihilfen im Schienenverkehr an. Eine wesentliche Neuerung betrifft die Berechnung der Beiträge: Diese werden künftig nicht mehr pauschal je Transporteinheit gewährt, sondern basieren auf der tatsächlich erbrachten Transportleistung in Tonnenkilometern. Der maximale Beitragssatz wurde auf 1,84 Euro-Cent pro Tonnenkilometer festgelegt, wobei die konkrete Höhe jährlich an die verfügbaren Haushaltsmittel angepasst wird.
Die Förderung gilt für den begleiteten und unbegleiteten kombinierten Verkehr auf der Strecke Brenner-Salurn in beiden Richtungen sowie für den kombinierten Schienengüterverkehr mit Direktverladung. Alle zugelassenen Transportformen werden einheitlich behandelt. Unternehmen, die Fördermittel erhalten, sind zudem verpflichtet, den wirtschaftlichen Vorteil in Form entsprechender Tarifsenkungen an ihre Kundinnen und Kunden weiterzugeben.
Bestätigt wurde auch die Möglichkeit, Investitionen in Eisenbahninfrastrukturen und intermodale Terminals zu fördern. Für solche Maßnahmen können Beiträge von bis zu 50 % der förderfähigen Ausgaben gewährt werden. Ziel ist es, die Sicherheit, Anbindung und Interoperabilität weiter zu verbessern. Landesrat Alfreider erklärte, dass die Verlagerung des Güterverkehrs von der Straße auf die Schiene ein zentraler Baustein für eine nachhaltige Mobilität im Alpenraum sei.





















