Trient – Die Autonome Provinz Trient hat mit den sogenannten Stati generali einen umfassenden Beteiligungsprozess zur Reform der Kollektiveigentümer eingeleitet. Landesrat Mattia Gottardi bezeichnete den Auftakt in den Gallerien von Piedicastello laut einer Mitteilung des Landes als bedeutenden Schritt für die Weiterentwicklung dieser traditionellen Organisationsformen. Ziel der Initiative ist es, eine gemeinsame Vision für die Zukunft der gemeinschaftlichen Besitzungen im Trentino zu entwickeln.
In seiner Ansprache betonte Gottardi, dass die Kollektiveigentümer ein konkretes Zeugnis für die Fähigkeit lokaler Gemeinschaften seien, sich selbst zu verwalten und Ressourcen eigenverantwortlich zu bewirtschaften. Die aktuelle Herausforderung bestehe darin, diese Institutionen durch einen Prozess des Zuhörens und der Partizipation zu begleiten. Dabei sollen rechtliche und verwaltungstechnische Instrumente identifiziert werden, die den modernen Anforderungen entsprechen. Laut dem Landesrat soll sich die Autonomie gemeinsam mit den Gemeinschaften weiterentwickeln.
Die Initiative knüpft an den Weg an, der 2019 mit den Stati generali della Montagna begonnen wurde. Historische Strukturen wie Regole, Comunità und Consortele sichern seit Jahrhunderten die gemeinschaftliche Verwaltung von Gütern und tragen zur Identität der Berggebiete bei. Mit dem nun gestarteten Dialog sucht das Land nach Wegen, um dieses Erbe für künftige Generationen zu sichern und konstruktiv in die Zukunft zu führen.
Zentraler Bestandteil des Vorhabens ist ein partizipatives Labor, das zwischen November 2026 und März 2027 stattfinden wird. Eine Arbeitsgruppe aus 22 Personen wurde hierfür zusammengestellt. Sie besteht aus zehn Vertretern von Amts wegen sowie zwölf gewählten Vertretern der Kollektiveigentümer. Das Gremium hat die Aufgabe, Leitlinien zu entwerfen, die der Landesregierung als Grundlage für eine geplante Überarbeitung des Landesgesetzes Nr. 6 aus dem Jahr 2005 dienen sollen.
Giovanni Gardelli, Abteilungsleiter in der Provinzverwaltung, erklärte, dass der Prozess über den rein formalen Schutz des Territoriums hinausgehe. Es werde eine engere Beziehung zwischen allen Interessengruppen angestrebt, wobei die junge Generation besonders berücksichtigt werden müsse. Auch der Präsident des Rates der lokalen Gemeinden, Michele Cereghini, bezeichnete den Dialog als wesentlichen Faktor für die Zusammenarbeit zwischen den Gemeinden und den Kollektiveigentümern bei der Verwaltung des gemeinsamen Erbes.





















