Die Diskussion um die Zukunft der Pustertaler Staatsstraße sorgt für Diskussionen. Der Heimatpflegeverband Südtirol lehnt den jüngsten Vorstoß des Präsidenten der Bezirksgemeinschaft Pustertal, Alexander Steger, zum Ausbau der Straße entschieden ab. Die Forderung nach einer dritten Spur sei „Verkehrspolitik aus dem 20. Jahrhundert“, kritisiert Verbandsobfrau Claudia Plaikner.
Laut Plaikner löse mehr Asphalt die Probleme nicht, sondern verschärfe sie. „Wir wissen aus Erfahrung, dass jede zusätzliche Spur neue Autos anzieht“, erklärt sie. Dieses Vorgehen widerspreche zudem den offiziellen Zielen der Landespolitik. Sowohl der Südtiroler Mobilitätsplan, der einen Stopp von Kapazitätserhöhungen vorsieht, als auch der Klimaplan 2040 würden durch ein solches Projekt konterkariert.
Stattdessen fordert der Verband, den Fokus vollständig auf nachhaltige Alternativen zu legen. Die Lösung liege im Ausbau des öffentlichen Verkehrs. Der Bau der Riggertalschleife sei zwar ein wichtiger Schritt, doch es brauche dringend eine durchgehende Zweigleisigkeit der Bahnlinie im Pustertal. Nur so könne eine höhere Taktfrequenz erreicht werden, die einen echten Umstieg vom Auto auf den Zug attraktiv mache.
Der Heimatpflegeverband warnt zudem vor einem Dominoeffekt. Projekte wie der Kreuzungsausbau in Olang oder der Ausbau des Kniepasses würden den Weg für weitere Straßenprojekte ebnen und drohten, die Täler Südtirols zu „Transitzonen“ zu degradieren. Plaikner begrüßt daher ausdrücklich die Haltung von Mobilitätslandesrat Daniel Alfreider, der ebenfalls den Bahnausbau priorisiert und zusätzliche Straßenspuren ablehnt.




















