Rom – Das Kinderkrankenhaus Bambino Gesù hat ein schwer herzkrankes Frühchen mit einer kombinierten Katheterbehandlung stabilisiert. Der Junge aus Sardinien wog zunächst nur ein Kilogramm. Rund drei Monate nach dem Eingriff hat er 2,5 Kilogramm erreicht. Die Behandlung verschafft ihm Zeit zum Wachsen, bevor eine endgültige Herzoperation möglich wird.
Das Kind, das unter dem Decknamen Luca vorgestellt wurde, kam als Zwilling in der 29. Schwangerschaftswoche zur Welt. Eine schwere angeborene Herzkrankheit erschwerte die Versorgung des Körpers mit Blut. Gleichzeitig drohte zu viel Blut in die Lungen zu fließen. Wegen der Frühgeburt und des geringen Gewichts war ein herkömmlicher herzchirurgischer Eingriff zu riskant oder technisch noch nicht möglich.
Nach der Verlegung von Sardinien nach Rom führte das Team um den interventionellen Kardiologen Gianfranco Butera dünne Katheter durch die Blutgefäße bis zum Herzen und den großen Arterien. Der Brustkorb musste dafür nicht geöffnet werden. Ein Stent, ein kleines röhrenförmiges Metallgitter, hält den Ductus arteriosus offen. Diese Gefäßverbindung ermöglicht in diesem Fall den erforderlichen Blutfluss in Richtung Hauptschlagader.
Bambino Gesù überbrückt die Zeit bis zur Herzoperation
In die beiden Lungenarterien setzten die Ärzte zusätzlich je einen kleinen Durchflussregler ein. Die Geräte besitzen eine Membran mit einer winzigen Öffnung. Sie lassen weiterhin Blut zur Lunge gelangen, begrenzen aber dessen Menge und verhindern so eine Überlastung. Das Verfahren beseitigt den Herzfehler nicht, sondern bringt den Kreislauf vorübergehend ins Gleichgewicht.
Der Junge befindet sich weiterhin auf der Neugeborenen-Intensivstation. Er benötigt keine invasive mechanische Beatmung mehr und erhält Nahrung über eine Sonde. Auch die neurologische und die Magen-Darm-Entwicklung wurden als ermutigend beschrieben. Als nächstes soll er ungefähr drei Kilogramm erreichen. Dieses Gewicht könnte den notwendigen chirurgischen Eingriff ermöglichen; ein fester Operationstermin wurde nicht genannt.
Das Bambino Gesù verwendet die kombinierte Strategie seit ungefähr zwei Jahren. Im vergangenen Jahr wurden damit fünf Kinder mit einem Gewicht zwischen einem und 1,8 Kilogramm behandelt. Insgesamt erhielten im gleichen Zeitraum 30 Kinder mit angeborenen Herzkrankheiten und einem Gewicht unter zwei Kilogramm Kathetereingriffe.



















