Perugia – Für den assistierten Suizid in Umbrien hat das Regionalparlament am Donnerstag, 22. Oktober, organisatorische Regeln beschlossen. Die Bürgerinitiative „Liberi Subito“ erhielt elf Ja-Stimmen bei sechs Gegenstimmen und drei Enthaltungen. Regionalpräsidentin Stefania Proietti nahm an der Abstimmung nicht teil. Umbrien ist nach der Toskana, Sardinien, der Emilia-Romagna und Venetien die fünfte italienische Region mit einem solchen Beschluss.
Die von der Vereinigung Luca Coscioni vorangetriebene Initiative wurde von 4.801 Bürgerinnen und Bürgern unterzeichnet. Ihr Ziel ist es, die gesundheitlichen Verfahren für Menschen zu organisieren, die Zugang zum medizinisch assistierten Suizid beantragen. Der aus acht Artikeln bestehende Text wurde vor der abschließenden Abstimmung mit Änderungsanträgen beraten. In der Debatte ging es auch um die Zuständigkeit der Regionen und die Bedeutung der Palliativversorgung.
Die Abgeordneten erinnerten mehrfach an Laura Santi. Die an Multipler Sklerose erkrankte Journalistin aus Perugia hatte sich für die Regelung eingesetzt und war am 21. Juli 2025 gestorben. Ihr Ehemann Stefano Massoli verfolgte die Sitzung gemeinsam mit Unterstützern der Initiative. Nach der Verkündung des Ergebnisses gab es im Saal Applaus.
Assistierter Suizid in Umbrien: Gesundheitsdienste prüfen
Der beschlossene Text sieht ständige interdisziplinäre Kommissionen bei den örtlichen Gesundheitsdiensten, den Aziende unità sanitarie locali, vor. Diese sollen prüfen, ob die Voraussetzungen für den Zugang zum Verfahren erfüllt sind. Im Zentrum stehen damit die Organisation und die Prüfung durch den Gesundheitsdienst. Der Parlamentsbeschluss bedeutet keine voraussetzungslose Freigabe.
Proietti begründete ihre Nichtteilnahme am Votum mit der ethischen Tragweite des Themas. Eine einheitliche Regelung solle ihrer Auffassung nach das nationale Parlament schaffen. Innerhalb der Regierungsmehrheit wurden unterschiedliche Positionen deutlich; mehrere Fraktionen überließen den Abgeordneten eine Gewissensentscheidung. Befürworter betonten die Selbstbestimmung schwer leidender Menschen, während Kritiker die Versorgung und Begleitung am Lebensende stärker in den Mittelpunkt rücken wollten.




















