Rom/London – Ein vermeintlich harmloses Nudelrezept hat eine diplomatische Intervention in der Welt der Kulinarik ausgelöst. Der britische Sender BBC hat sein Online-Rezept für das römische Traditionsgericht „Cacio e Pepe” korrigiert. Zuvor hatte der italienische Unternehmerverband Confesercenti eine offizielle Beschwerde eingereicht. Stein des Anstoßes war die Verwendung von Zutaten, die im Originalrezept nichts zu suchen haben.
Ein Aufschrei ging durch die römische Gastronomieszene, als die BBC auf ihrer Food-Website ein Rezept für „Cacio e Pepe“ veröffentlichte, das neben Spaghetti und Pfeffer auch Parmesan und Butter vorsah. Für Traditionalisten ein Affront. Claudio Pica, Präsident der Fiepet-Confesercenti von Rom und Latium, sah sich daher gezwungen zu handeln. „Wir waren fassungslos“, so Pica. Er betonte, dass das Originalrezept nur drei Zutaten kenne: Nudeln, Pfeffer und würzigen Pecorino-Käse. Das Problem sei nicht die kreative Variante an sich, sondern die Darstellung der BBC, die ihre Version als das Original ausgab.
Die Beschwerde, über die auch die britische Botschaft in Rom informiert wurde, zeigte Wirkung. Die BBC änderte den entsprechenden Artikel und beschreibt nun die korrekte Zubereitung mit den drei Originalzutaten. In den „Rezepttipps” am Ende des Artikels konnten sich die britischen Autoren jedoch einen kleinen Seitenhieb nicht verkneifen: Sollte die cremige Emulsion aus Käse und Nudelwasser nicht auf Anhieb gelingen, könne man mit einem Schuss Sahne nachhelfen – für Puristen der nächste kulinarische Sündenfall.
Für Confesercenti ist dieser Fall Teil einer größeren Mission. Man wolle ikonische Gerichte der italienischen Küche wie Carbonara oder Amatriciana vor falschen Darstellungen im Ausland schützen und ihre historische Bedeutung bewahren.



















