Rom – Kasia Smutniak hat ihren Dokumentarfilm Mustang am Montag beim Filmfest in Rom vorgestellt. Die Schauspielerin und Regisseurin verbindet darin private Aufnahmen aus mehr als zwei Jahrzehnten mit der Geschichte einer Schule im nepalesischen Himalaya. Ihr zweiter Dokumentarfilm läuft im Wettbewerb Progressive Cinema der 21. Festa del Cinema di Roma. Fandango bringt ihn im November in die italienischen Kinos.
Ausgangspunkt ist eine Reise, die Smutniak 2003 mit ihrem damaligen Partner Pietro Taricone unternahm. Nach seinem Tod kehrte sie 2010 mit der damals sechsjährigen gemeinsamen Tochter Sophie nach Nepal zurück. Spätere Besuche und ein Aufenthalt im Jahr 2025 bilden weitere Zeitebenen. Die Familienvideos zeigen, wie aus einer ersten Begegnung mit der Region ein langfristiges Engagement wurde.
Sophie spricht den Kommentar des Films. Mit 19 Jahren brach sie erstmals allein nach Mustang auf. Vor ihrer Abreise fragte sie nach der alten Kamera ihres Vaters. Für Smutniak gab diese Frage den entscheidenden Anstoß, die Erinnerungsbilder mit der Perspektive ihrer Tochter zu verbinden. An dem Filmprojekt arbeitete sie bereits seit 2013.
Mustang erzählt von einer Schule unter Druck
Im Dorf Ghami baute Smutniak gemeinsam mit Kunzom Thakuri die Ghami Solar School auf, die im Juni 2016 eröffnet wurde. Sie soll Kindern ermöglichen, ihre Ausbildung fortzusetzen, ohne früh von ihren Familien getrennt zu werden. Unterricht auf Englisch, Nepalesisch und Tibetisch verbindet den Zugang zu Bildung mit dem Erhalt der örtlichen Kultur. Thakuri hatte selbst als Kind die Region verlassen müssen, um zur Schule zu gehen.
Das Projekt steht inzwischen vor Schwierigkeiten. Immer mehr Familien wandern ab, die Kinderzahl sinkt; hinzu kommen Schäden durch klimatische Veränderungen. Der Dokumentarfilm zeigt deshalb auch die Unsicherheit über die Zukunft der Schule. Eine Schließung ist damit nicht beschlossen. Bei der Pressekonferenz erläuterte Smutniak ihren Wunsch, durch die Arbeit für diese Gemeinschaft Hoffnung zu vermitteln. Produziert wurde Mustang von Fandango in Zusammenarbeit mit Luce Cinecittà und mit Unterstützung der Pietro-Taricone-Vereinigung. Nach ihrem ersten Dokumentarfilm Mur richtet die Regisseurin den Blick damit auf eine Geschichte, die eng mit ihrer eigenen Familie verbunden ist.




















