Rom – Der Dokumentarfilm „Non importa dove“ hat beim Filmfest Rom den Blick auf Morgan hinter der bekannten Fernsehfigur gelenkt. Francesco Fei und Consuelo Moschella begleiteten den Musiker, der bürgerlich Marco Castoldi heißt, über zwei Jahre. Ihr Film wurde in der Reihe „Proiezioni Speciali“ außerhalb des Wettbewerbs vorgestellt. Im Mittelpunkt stehen seine musikalische Arbeit und ein Alltag, der nur schwer vom öffentlichen Auftreten zu trennen ist.
Die von Apnea Film produzierte, 94 Minuten lange Dokumentation führt unter anderem in Morgans Mailänder Wohnung. Sie ist Arbeitsraum, Rückzugsort und Archiv zugleich. Die Kamera folgt ihm beim Komponieren, bei kleineren Konzerten und in familiären Gesprächen. Auch die Rückkehr seiner Band Bluvertigo gehört zum erzählten Weg. Der Film verbindet diese Situationen, statt seine Laufbahn nur anhand bekannter Fernsehstationen nachzuzeichnen.
Bei dem Pressegespräch am 22. Oktober beschrieb Morgan die Bühne als den Ort, an dem er sich besonders ungeschützt und zugleich sicher fühle. Den schwierigeren Teil sehe er im Leben abseits der Auftritte. Persönliche Erfahrungen würden für ihn zu Liedern, Gedichten oder Bildern. Mit dem Film verbinde er auch die Hoffnung, als Musiker wieder mehr Anerkennung und Raum für seine Arbeit zu erhalten.
Non importa dove setzt auf Beobachtung und Nähe
Fei und Moschella betonten, dass sie beobachtendes Kino machen wollten und keine feierliche Künstlerbiografie. Ihre langjährige Bekanntschaft mit Morgan erleichterte den Zugang zu privaten Situationen. Zugleich ist diese Nähe Teil ihrer Perspektive auf den Protagonisten. Sie zeigen einen Künstler, dessen Bedürfnis nach Verständnis mit seinem häufig als selbstsicher wahrgenommenen Auftreten zusammenstößt.
Die Regisseure schilderten die Dreharbeiten als einen Prozess, in dem mit der Zeit Vertrauen zwischen den beteiligten Familien entstand. Nicht jede gefilmte Situation fand Eingang in die endgültige Fassung; entscheidend sei gewesen, was für den Erzählzusammenhang nötig war. So richtet sich die Aufmerksamkeit auf die Entstehung von Musik und die alltäglichen Beziehungen. Morgan und Marco Castoldi erscheinen dabei nicht als sauber getrennte Identitäten, sondern als Seiten derselben Person.




















