Villa Lagarina – Der Pflanzenschutzdienst der Autonomen Provinz Trient hat in der Gemeinde Villa Lagarina erstmals ein direktes Vorkommen des Japanischen Käfers in der Vegetation nachgewiesen. Wie das Land mitteilte, wurde das Gebiet bereits abgegrenzt und erste Maßnahmen zur biologischen Bekämpfung eingeleitet.
Der Fund erfolgte Anfang August auf einer Fläche von rund drei Hektar, die hauptsächlich als Weinberg genutzt wird. In den vergangenen Jahren registrierten Fachleute bereits einzelne Exemplare des Insekts entlang der Brennerautobahn A22, werteten diese jedoch als bloße Einschleppungen durch den Fernverkehr ohne dauerhafte Ansiedlung. Mit dem Nachweis in Villa Lagarina, nahe der Autobahnausfahrt Rovereto Nord, änderte sich die Situation. Die Provinz meldete den Befallsherd daraufhin an die Europäische Union.
Der Japanische Käfer (Popillia japonica) gilt als prioritärer Quarantäneschädling. Er kann laut Experten des Landes mehr als 300 Pflanzenarten befallen, darunter landwirtschaftliche Kulturen, Zierpflanzen und Waldbäume. Während die erwachsenen Käfer im Sommer das Laub fressen, schädigen die Larven im Boden die Wurzeln. Die Überwachung erfolgt durch den landesweiten Pflanzenschutzdienst in Zusammenarbeit mit der Edmund Mach Stiftung. Bereits in den Jahren 2023 bis 2025 wurden vereinzelt Tiere in Pheromonfallen entlang der Autobahn gefangen, wobei die Zahlen stetig anstiegen.
Neben dem Fundort in Villa Lagarina wurden im laufenden Jahr weitere Käfer in Fallen an den Tankstellen Nogaredo und Paganella sowie am Interporto in Trient Nord und am Trienter Bahnhof entdeckt. Dort blieb es jedoch bei Einzelfunden ohne Anzeichen für eine Ausbreitung in die direkte Umgebung oder Schäden an der Vegetation.
Der Pflanzenschutzdienst erarbeitet derzeit einen umfassenden Aktionsplan zur Tilgung des Schädlings. Erste Schritte wurden bereits umgesetzt. Dabei setzen die Techniker auf eine biologische Abwehr mit nützlichen Nematoden. Diese Kleinstlebewesen werden in den Boden eingebracht, um die Larven des Käfers gezielt zu bekämpfen. Die Arbeiten führt das Personal des Forstdienstes unter technischer Aufsicht aus, um die Population nachhaltig zu reduzieren.





















