Millionen von Bürgern in Italien können aufatmen: Im Kampf gegen aggressive Werbeanrufe und Telefonbetrug hat die italienische Kommunikationsaufsichtsbehörde AGCOM neue, schärfere Regeln erlassen, die ab sofort schrittweise in Kraft treten. Im Fokus der Maßnahmen steht die illegale Praxis des „Spoofings“, bei der Callcenter ihre wahre Identität verschleiern, indem sie eine gefälschte oder nicht existierende Telefonnummer auf dem Display des Angerufenen anzeigen lassen.
Zweistufiger Plan gegen gefälschte Nummern
Der Schutzschild für Verbraucher wird in zwei Phasen hochgefahren. Die erste Stufe tritt am heutigen Dienstag, dem 19. August, in Kraft: Ab sofort werden Anrufe aus dem Ausland blockiert, die unrechtmäßig eine italienische Rufnummer als Absenderkennung verwenden. Damit soll ein Großteil der aggressiven Werbeanrufe unterbunden werden, die oft von ausländischen Callcentern im Auftrag von Unternehmen getätigt werden. In einem zweiten Schritt wird die Maßnahme ab dem 19. November weiter verschärft. Dann werden auch Anrufe mit gefälschten Nummern blockiert, die scheinbar von italienischen Mobiltelefonen stammen.
Schutz vor Belästigung und Betrug
Beim Spoofing wird die Anruferkennung (CLI – Calling Line Identity) manipuliert, was es für Verbraucher unmöglich macht, den Ursprung eines Anrufs nachzuvollziehen. Diese Taktik wird nicht nur für illegales Telemarketing genutzt, sondern birgt auch erhebliche Betrugsrisiken. In besonders schweren Fällen fälschen Kriminelle die Nummern von Banken, Behörden oder sogar der Polizei, um an sensible Daten zu gelangen. Dem nun umgesetzten Beschluss der AGCOM ging eine lange Konsultationsphase mit Verbraucherverbänden, Unternehmen und Telekommunikationsanbietern voraus. Die neue Verordnung ersetzt die bisherigen Vorschriften aus dem Jahr 2016 und sieht auch weitere Maßnahmen zum Verbraucherschutz vor, wie etwa ein Ampelsystem zur besseren Verständlichkeit von 5G-Mobilfunkverträgen.




















