Nach zwei Todesfällen im Zusammenhang mit dem Einsatz von Tasern durch die Polizei hat sich der italienische Innenminister Matteo Piantedosi in die aufgeflammte öffentliche Debatte eingeschaltet. In einer deutlichen Stellungnahme verteidigte der Minister den Gebrauch der Elektroschockpistole als essenzielles Mittel der Deeskalation und wies die aufkommende Kritik an den Polizeikräften scharf zurück. Die Kontroverse entzündete sich an zwei Vorfällen in Olbia auf Sardinien und in Genua, bei denen zwei Männer kurz nach ihrer Fixierung mittels Taser verstarben.
Ein Instrument zur Vermeidung von Schusswaffen
Minister Piantedosi bezeichnete den Taser als ein „unverzichtbares Instrument“, dessen Hauptzweck es sei, den Einsatz von potenziell tödlichen Schusswaffen zu vermeiden. Kritik am Taser sei oft ideologisch motiviert und vorgeschoben. „Die Einsatzregeln sehen vor, dass er nur eingesetzt wird, wenn man mit gewalttätigen und aggressiven Personen konfrontiert ist, die eine konkrete Gefahr für die Anwesenden darstellen“, so Piantedosi. Genau dies sei nach ersten Erkenntnissen bei den jüngsten Einsätzen der Fall gewesen. Der Vorfall in Olbia ereignete sich am Rande eines Fests, wo ein 57-jähriger Mann aggressiv auftrat und auch einen Carabiniere angriff, bevor der Taser zum Einsatz kam.
Volle Rückendeckung für die Einsatzkräfte
Der Innenminister drückte sein tiefes Bedauern über den Tod der beiden Männer aus, warnte jedoch davor, die Tragödien für eine Kampagne gegen die Ordnungskräfte zu instrumentalisieren. „Die Vorwürfe gegen die Polizei, der unser ganzer Dank und unsere volle Unterstützung gilt, sind völlig unbegründet, voreingenommen und unhaltbar“, erklärte Piantedosi. Die Carabinieri hätten in beiden Fällen in „äußerst schwierigen und riskanten Situationen“ gehandelt. Während die Justiz die genauen Todesumstände nun untersuchen werde – in Olbia ist eine Autopsie angesetzt –, könne an der Professionalität und Ausgewogenheit der Polizeikräfte kein Zweifel bestehen. Man müsse den Beamten Respekt zollen, nicht nur dann, wenn sie selbst zu Opfern würden.




















