Trient – Der Consorzio Vini del Trentino hat am 30. September 2026 im ITAS Forum in Trient seinen dritten Nachhaltigkeitsbericht öffentlich präsentiert. Das Dokument deckt den Zeitraum 2022 bis 2025 ab und endet mit einem Maßnahmenplan für die Jahre 2026 bis 2028.
Daten aus der gesamten Produktionskette
Den Bericht erläuterte Stefano Rizzi, Agrarwissenschaftler im Schutzbüro des Konsortiums. Als Grundlage dienten internationale GRI-Standards, ergänzt durch die Rahmenwerke SQNPI, VIVA und Equalitas. Die erfassten Daten stammen aus Feldbüchern des Konsortiums, der Weinbaubetriebe und der Kellereien. Rizzi bezeichnete den Bericht laut Mitteilung als Dokument des gesamten Gebiets und des gesamten Sektors. Im Vorfeld wurden Kellereibetreiber, Weinbauern sowie sechs externe Fachleute aus Wissenschaft, Forschung und Kommunikation befragt; daraus ergaben sich sechs prioritäre Handlungsfelder, von der Pflege der Herkunftsbezeichnungen bis hin zu Bodenschutz, Landschaftspflege und Biodiversität. Ein dreijähriges Forschungsprojekt mit der Fondazione Edmund Mach habe gezeigt, dass das Trentiner Weinbaumodell mit der Abwechslung von Rebflächen und Naturflächen eine deutlich höhere Bienenpopulation begünstige als intensive Weinbaumethoden. Der CO₂-Fußabdruck und der Wasserverbrauch wurden auf knapp 9.000 Hektar erhoben. Die SQNPI-Nachhaltigkeitszertifizierung überprüft jährlich mehr als 5.000 Weinbauern; 2025 absolvierten Kellereibeschäftigte im Schnitt mehr als zehn Stunden Weiterbildung.
Marktperspektive und Kommunikation als offene Fragen
Cristina Mercuri, Master of Wine und Gründerin des Mercuri Wine Club, wies auf einen Widerspruch hin: Sieben von zehn Verbrauchern erachteten Nachhaltigkeit als wichtig, doch nur 27 Prozent überprüften tatsächlich, ob ein Produkt biologisch sei, und viele seien nicht bereit, dafür mehr zu bezahlen. Mit der EU-Richtlinie von 2024, die seit September in Kraft sei, müssten Nachhaltigkeitsaussagen künftig belegbar sein. Astrid Palmieri, Leiterin des Bereichs Corporate Sustainability bei Esselunga, betonte die wachsende gemeinsame Verantwortung entlang der Lieferkette: Der neue Plan des Unternehmens sehe vor, 90 Prozent der Lieferanten mit hohem Einfluss zu bewerten.
Produzenten sehen Konsortium als unverzichtbare Stütze
In einer abschließenden Gesprächsrunde sprachen Vertreter verschiedener Betriebe über ihre Erfahrungen. Mehrere Teilnehmer betonten, dass kleinere Betriebe Zertifizierungen ohne die Unterstützung des Konsortiums kaum stemmen könnten. Für den Direktor des Konsortiums, Graziano Molon, habe ein Nachhaltigkeitsbericht nur dann Wert, wenn er einen komplexen Weg in lesbare, nachprüfbare und nützliche Informationen übersetze. Der neue Aktionsplan 2026 bis 2028 sieht laut Konsortium schrittweise, wirtschaftlich tragbare und messbare Ziele vor.




















