Rom – Sophie Calle im MAXXI: Die neue Ausstellung der französischen Künstlerin ist seit Freitag, 16. Oktober, für das Publikum geöffnet. Unter dem offiziellen Titel „Matrimoni, Rotture e Funerali inclusi“ versammelt das römische Museum acht Projekte aus den Jahren 1978 bis 2026. Bis zum 7. Februar 2027 zeigt die Schau, wie Calle persönliche Erfahrungen mit Trennung, Trauer und Erinnerung in Fotografien, Texte, Videos und Installationen überführt.
Kuratorin Simona Antonacci entwickelte einen Rundgang in der Galerie 2, der nicht streng chronologisch angelegt ist. Vielmehr verbinden sich Arbeiten aus verschiedenen Jahrzehnten über wiederkehrende Fragen: Wann endet eine Beziehung, was bleibt von einem Menschen, und wie lässt sich Abwesenheit darstellen? Calle arbeitet dafür mit selbst gesetzten Regeln und Ritualen. Dokumentarische Beobachtung und autobiografische Erzählung gehen ineinander über, ohne dass sich Kunst und Privatleben vollständig trennen lassen.
Ein Beispiel ist „Dolore squisito“, eine aus Fotografien und Texten aufgebaute Arbeit über eine gescheiterte Beziehung. Den wiederholten Schilderungen des eigenen Schmerzes stellte Calle die Erinnerungen anderer Menschen an deren schmerzhafteste Erlebnisse gegenüber. In einem weiteren Projekt ordnete sie nicht verwirklichte Ideen und abgebrochene Vorhaben zu einem Katalog des Unvollendeten. Auch das Scheitern erhält damit einen Platz im ausgestellten Werk.
Sophie Calle im MAXXI und im Stadtraum
Die Ausstellung reicht über das Museumsgebäude hinaus. Am Cimitero Acattolico, dem nichtkatholischen Friedhof Roms, entstand eine neue dauerhafte Installation. Calle sammelte dort am 11. Oktober Geheimnisse von Besuchern, die anschließend in einem Grab beigesetzt werden sollten. Das Projekt verbindet die Erinnerung an Verstorbene mit den unausgesprochenen Geschichten der Lebenden.
Der Rundgang im Museum umfasst außerdem Arbeiten über den Tod der Mutter und die Videoinstallation „Voir la mer“. Dafür begleitete Calle Menschen in Istanbul, die zum ersten Mal das Meer sahen. Neben Verlust und Abschied tritt so die Erfahrung eines Anfangs. Das MAXXI an der Via Guido Reni 4A ist dienstags bis sonntags von 11 bis 19 Uhr geöffnet; montags bleibt es geschlossen.




















