Eine dramatische Rettungsaktion hat sich gestern in der Bucht Caletta dell’acquario im Meeresschutzgebiet von Ustica ereignet. Sechs junge Männer von der Insel Ustica – allesamt erfahrene Fischer und Bootsvermieter – haben zwei Jugendliche und einen Taucher vor dem Ertrinken gerettet. Dabei setzten sie ihr eigenes Leben aufs Spiel.
Trotz starker Winde und hoher Wellen hatten zwei Mittzwanziger – ein Junge und ein Mädchen – beschlossen, baden zu gehen. Plötzlich verschlechterte sich das Wetter rapide. Vom Strand aus alarmierten Badegäste die Hafenbehörde und warfen den beiden einen Rettungsring zu. Doch die bis zu zwei Meter hohen Wellen und Windböen verhinderten, dass ein schnell eingetroffenes Schlauchboot der Küstenwache die Verunglückten erreichen konnte.
Das Mädchen konnte sich schließlich an einen Felsen retten, während ihr Freund vergeblich versuchte, den Strand zu erreichen. In diesem kritischen Moment sprang ein 40-jähriger Taucher ins Meer, um zu helfen. Während der Jugendliche sich am Rettungsring festhalten konnte, wurde der Taucher aufs offene Meer hinausgetrieben.
Als die Situation aussichtslos schien, gelang es Salvatore Zanca, Peppino, Marco und Mauro Mancuso, Roberto D’Acquisto und Mario Alexa, die die Gewässer Usticas wie ihre Westentasche kennen, in einem gefährlich schwankenden Schlauchboot, den 40-Jährigen zu erreichen und zu retten.
Bürgermeister Salvatore Militello sprach den sechs „Heldenjungen” den Dank der gesamten Gemeinde aus. Davide Bruno, Direktor des Meeresschutzgebiets, mahnte jedoch zur Vorsicht: „Man muss sich immer informieren, bevor man ins Wasser geht, und auch auf die Ratschläge der lokalen Experten hören, besonders an Tagen, die an der Grenze sind.“ Das Meer sei unberechenbar und könne sich innerhalb weniger Minuten ändern.




















