Rimini, Italien – In einer gezielten Aktion haben die Carabinieri von Rimini am frühen Donnerstagmorgen einen Hauptverdächtigen im Fall der Sabotage der Nord-Stream-Gaspipelines festgenommen. Bei dem Verhafteten handelt es sich um einen 49-jährigen ukrainischen Staatsbürger, dem vorgeworfen wird, an den Sprengstoffanschlägen auf die strategisch wichtige Infrastruktur in der Nordsee beteiligt gewesen zu sein.
Die Festnahme erfolgte auf der Grundlage eines Europäischen Haftbefehls, der von deutschen Justizbehörden – dem Bundesgerichtshof auf Antrag der Bundesanwaltschaft – ausgestellt worden war. Dem Mann wird vorgeworfen, eine koordinierende Rolle bei den Sabotageakten vom 26. September 2022 gespielt zu haben.
Internationale Zusammenarbeit führt zum Erfolg
Der entscheidende Hinweis auf den möglichen Aufenthalt des Mannes in Italien kam vom Dienst für internationale polizeiliche Zusammenarbeit. Daraufhin nahmen die Ermittler der Carabinieri in Rimini die Spur auf und konnten den 49-Jährigen in einer Ferienunterkunft in San Clemente in der Provinz Rimini lokalisieren, wo er sich für einige Tage mit seiner Familie aufhielt. Nachdem seine Anwesenheit bestätigt war, umstellten die Spezialkräfte in den frühen Morgenstunden den Bungalow. Bei dem anschließenden Zugriff ließ sich der Mann widerstandslos festnehmen.
Hintergrund: Die Anschläge auf die Pipelines
Der Ukrainer wird verdächtigt, zusammen mit weiteren Komplizen an der Platzierung von Sprengsätzen beteiligt gewesen zu sein, die in der Nähe der dänischen Insel Bornholm zur Explosion gebracht wurden. Die Detonationen verursachten schwere Schäden an den Pipelines Nord Stream 1 und 2, die für den Transport von russischem Gas nach Europa gebaut wurden. Nach seiner Verhaftung wurde der Mann auf Anordnung der Generalstaatsanwaltschaft beim Berufungsgericht von Bologna in das Gefängnis von Rimini überstellt, wo er auf die nächsten juristischen Schritte wartet.




















