Am Dienstag, dem 8. Juli 2025, hat ein etwa 35 Jahre alter Mann am Flughafen Bergamo-Orio al Serio die Sicherheitsbereiche durchbrochen und ist offenbar mit Vorsatz in Richtung eines Airbus A319 der Fluggesellschaft Volotea gerannt. Das Flugzeug befand sich in der Pushback-Phase und war kurz davor, auf die Rollbahn zurückzurollen. Dabei wurde der Mann von einem Triebwerk erfasst und erlag noch am Unfallort seinen Verletzungen. Er war weder Passagier noch Mitarbeiter der Fluggesellschaft.
Der Vorfall ereignete sich kurz nach 10:20 Uhr und führte zu einem sofortigen Stopp des gesamten Flugverkehrs. Sämtliche Starts und Landungen wurden bis circa 12 Uhr eingestellt. In dieser Zeit wurden zahlreiche Flüge annulliert oder auf nahegelegene Flughäfen wie Mailand-Malpensa, Verona und Bologna umgeleitet. Betroffen waren mindestens 19 Abflüge sowie mehrere Ankünfte, wodurch Tausende Passagiere in Mitleidenschaft gezogen wurden.
Zeugen zufolge fuhr der Mann mit seinem Fahrzeug auf dem Gelände gegen die Fahrtrichtung und ließ es nahe dem Terminal zurück. Anschließend habe er mehrere Sicherheitstüren überwunden, um in den Bereich der wartenden Flugzeuge zu gelangen. Trotz Intervention von Sicherheitspersonal und Polizeibeamten konnte er den Pushback des Flugzeugs erreichen. Die zuständige Stelle ermittelt, ob er sich absichtlich dem Triebwerk ausgeliefert hat, und geht dabei der Hypothese eines Suizids nach. Erkenntnisse aus Spuren im Pkw des Mannes unterstützen diese Annahme.
Alle 154 Passagiere sowie die sechsköpfige Crew des betroffenen Fluges wurden unversehrt evakuiert und erhielten von Volotea psychologische Betreuung. Der Flughafenbetreiber SACBO bestätigte die Tragödie und bot Hilfe an. Nun prüfen Behörden die Ablaufprotokolle und die Sicherheitsvorkehrungen, um Schwachstellen aufzudecken und eine Wiederholung zu verhindern.
Der schwere Zwischenfall wirft dringende Fragen zur Zugangs- und Perimetersicherung auf. Experten attestieren, dass der Sog eines laufenden Triebwerks auch bei niedriger Drehzahl potenziell tödlich ist. Es werden ähnliche Suizidfälle an Flughäfen wie Amsterdam-Schiphol, San Antonio und Salt Lake City verglichen, bei denen Unbefugte gezielt vor Triebwerke sprangen und tödlich verunglückten. Auch hier wird untersucht, wie jemand unbehelligt in den abgesicherten Bereich „airside“ gelangen konnte, der angeblich nur für befugtes Personal zugänglich sein sollte.
Die Flugaufsichtsbehörden, die Security-Teams und die Polizei leiten derzeit eine umfassende Sicherheitsüberprüfung ein. Ziel ist es, klare Schwachstellen in der physischen Sicherung und Zutrittskontrolle zu identifizieren und zu schließen. Parallel dazu werden psychologische Angebote für betroffene Mitarbeiter, Passagiere sowie potenziell traumatisierte Zeugen bereitgestellt.
Durch diesen schweren Zwischenfall wurde am 8. Juli 2025 der Flugverkehr am drittgrößten italienischen Flughafen erheblich gestört und Sicherheitsfragen neu in den Fokus gerückt. Eine genaue Rekonstruktion der Vorgänge steht noch aus.




















