Am Morgen des 8. Juli wurde ein 35-jähriger Mann in den öffentlichen Gärten an der Piazza della Repubblica in Rocca di Papa erschossen. Die Polizei geht von einem Rachemotiv aus: Der Täter, der 61-jährige Guglielmo Palozzi, hatte offenbar auf den Mann gewartet, der vor fünf Jahren seinen Sohn tödlich verletzt hatte, um ihn zu töten.
Franco Lollobrigida war kürzlich in zweiter Instanz wegen Totschlags an Giuliano Palozzi verurteilt worden und verbüßte eine zehnjährige Haftstrafe. Dieser war 2020 im Alter von 34 Jahren an den Folgen schwerer Kopfverletzungen gestorben, die er sich bei einem Unfall zugezogen hatte. Sein Vater beschreibt die Tat als „unüberlegte Handlung aus tiefer Verzweiflung”.
Guglielmo Palozzi, der als Müllwerker im Ort tätig war, traf den 35-Jährigen unweit des Busbahnhofs. Laut Zeugenaussagen geschah die Tat aus nächster Nähe – es handelte sich offenbar um eine gezielte Tat. Die Carabinieri nahmen ihn in Frascati fest. Noch ist unklar, ob er das Geschehen geplant hatte oder spontan handelte.
Lollobrigida war zunächst im Jahr 2024 vom Schwurgericht freigesprochen worden, doch nach der Berufung wurde er im Mai zu zehn Jahren verurteilt. Ein Anwalt kündigte bereits eine Beschwerde vor dem Kassationsgericht an. Der Fall wirft ein Schlaglicht auf anhaltende Gewaltspiralen und die Frage, wie lange tief verwurzelte familiäre Konflikte schwelten – oder eskalieren können.
Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Velletri laufen. Jetzt wird geprüft, ob die Taten einen geplanten Racheakt darstellen oder das Ergebnis einer akuten seelischen Ausnahmesituation waren.




















