Nach einem inzwischen gelöschten Facebook-Beitrag ist eine heftige Kontroverse entbrannt. Darin hatte Paolo Cappuccio, einer der bekanntesten Köche des Trentino, erklärt, er suche „Köche mit Brigade für ein 4-Sterne-Hotel im Trentino“, schloss jedoch ausdrücklich „Kommunisten/Faulenzer“ sowie „Personen mit Alkohol-, Drogen- und sexuellen Problemen“ aus. Weiter schrieb er: „Wenn vielleicht noch ein paar mehr oder weniger normale Leute übrig sind, gerne.“
Im Zuge der öffentlichen Kritik erklärte Cappuccio, er habe nach der Veröffentlichung des Beitrags Beleidigungen, Beschimpfungen und sogar Drohungen erhalten. Ihm seien Ausdrücke wie „Faschist“ entgegengeschleudert worden, verbunden mit Drohungen wie „Du sollst mit dem Kopf nach unten hängen“. Er zeigte Unverständnis dafür, dass noch immer über den Faschismus von vor hundert Jahren diskutiert wird, während die Welt aktuell von Kriegen erschüttert wird. Die Vorwürfe wolle er nicht weiter beachten, da sie von Menschen kämen, die ihrer Ansicht nach ihre Zeit nicht mit Arbeit verbringen würden.
Er betonte, dass er lediglich ehrliche Mitarbeiter suche, die eine klare Vorstellung von ihrer Rolle in der Gesellschaft und im Team hätten und sich gut verhielten. Er habe es satt, dass manche sich krankmeldeten, ihre Arbeit nicht erledigten, Speisen ruinierten und dennoch bezahlt werden wollten, obwohl sie nicht richtig arbeiteten. Rechte seien wichtig, aber es gebe ebenso Pflichten. Seine Äußerungen seien Ausdruck seiner Verzweiflung, denn es sei extrem schwierig, Personal zu finden. Die wenigen Bewerber hätten häufig Probleme mit Alkohol, Drogen oder anderen Schwierigkeiten.
Zudem schilderte er seine Erfahrung, dass viele Bewerber mit zahlreichen Hobbys, einem Hund, einer Gitarre oder linken Überzeugungen kämen und sich dann als berufliche Enttäuschung herausstellten. Diese wolle er von vornherein ausschließen, um keine Zeit zu verlieren, und ihnen verdeutlichen, dass das Arbeitsumfeld in einem Hotel nichts mit Kundgebungen oder Konzerten am 1. Mai gemein habe. Er betonte jedoch, dass er durchaus Menschen mit linken Überzeugungen einstelle, sofern diese motiviert seien und sich engagierten.
In Bezug auf die von ihm erwähnten „Probleme mit der sexuellen Orientierung” erklärte er, bereits mit homosexuellen Menschen zusammengearbeitet zu haben. Bei diesen habe jedoch deren Lebensstil zu stark im Vordergrund gestanden, was zu Konflikten, Streitigkeiten und Beleidigungen innerhalb des Teams geführt habe. Er wolle vermeiden, dass solche Themen im Arbeitsumfeld überhandnähmen. Jeder solle leben, wie er wolle, solange dies nicht auf übertriebene und unangebrachte Weise am Arbeitsplatz zur Schau gestellt werde. Er habe homosexuelle Freunde, mit denen er ausgehe und Urlaub mache. Er betonte jedoch, dass bei der Arbeit jeder seinen Platz kennen müsse. Wenn jemand die Freiheit anderer einschränke, indem er seine eigene Lebensweise zu stark aufdränge, könne das störend wirken.
Abschließend erklärte Cappuccio, es interessiere ihn nicht, was Mitarbeiter in ihrer Freizeit täten, solange sie bei der Arbeit Disziplin und Professionalität zeigten. Sollte er mit seinen Worten jemanden verletzt haben, tue ihm das leid, doch seine Absicht sei einzig gewesen, Mitarbeiter zu finden. Er wolle lediglich über das Kochen sprechen, Politik sei nicht sein Thema.




















