Rom – Nach dem Flugchaos in Italien hat die Flugsicherung ENAV ihre volle Kapazität bereits am Freitagnachmittag wiederhergestellt. Der Ausfall des primären Datenübertragungsnetzes hatte am 16. Oktober landesweit Verspätungen und Flugstreichungen ausgelöst. Gegen 15.30 Uhr waren die technischen Beschränkungen aufgehoben; anschließend sollte sich der Verkehr schrittweise normalisieren.
Die Störung war in der Nacht zum Freitag aufgetreten. Zunächst konnten die vorgesehenen Reservesysteme den Verkehr ohne Einschränkungen bewältigen. Bis 6 Uhr blieb die verfügbare Kapazität unverändert. Mit dem zunehmenden Flugaufkommen am Morgen musste ENAV die Zahl der Bewegungen jedoch auf etwa die Hälfte begrenzen. Betroffen waren unter anderem die Flughäfen Mailand-Malpensa, Rom-Fiumicino, Bergamo, Neapel und Palermo.
Während der Reparatur lief die Flugkontrolle über ein satellitengestütztes Sekundärnetz weiter. Die Einschränkungen betrafen die verfügbare Verkehrsmenge; die Sicherheitsstandards blieben bestehen. Gegen 13 Uhr stieg die Kapazität auf 75 Prozent, nach 15 Uhr erreichte sie wieder 100 Prozent. Die Wiederherstellung der technischen Leistungsfähigkeit bedeutete dabei noch keine sofortige Rückkehr sämtlicher verspäteter Flüge zu ihrem ursprünglichen Flugplan.
Nach dem Flugchaos in Italien geht es um die Ursachen
ENAV schloss nach den vorliegenden technischen Erkenntnissen einen Hackerangriff oder Sabotage als Ursache aus. Das Infrastruktur- und Verkehrsministerium stand mit der Flugsicherung in Kontakt, um die Netzprobleme und ihre betrieblichen Folgen zu klären. Verkehrsminister Matteo Salvini verlangte eine technische Aufarbeitung. Eine abschließende Verantwortlichkeit für den Ausfall war damit noch nicht festgestellt.
Die Verbraucherorganisation Codacons kündigte eine Anzeige bei der Staatsanwaltschaft Rom wegen einer möglichen Unterbrechung öffentlicher Dienste an. Zusätzlich belastete am Freitag ein gesonderter 24-stündiger Streik bei easyJet den Flugverkehr. Die Arbeitsniederlegung und die technische Störung waren unterschiedliche Ursachen für Reiseprobleme. Fluggesellschaften hatten ihre Kunden aufgefordert, den Status der jeweiligen Verbindung vor der Fahrt zum Flughafen zu überprüfen.




















