Italien startet ein bislang einmaliges Ausbildungsprogramm: Auf Sizilien wird erstmals außerhalb der USA eine Fliegerschule zur Ausbildung von F-35-Piloten eingerichtet. Verteidigungsminister Guido Crosetto gab die Etablierung der „International Flight Training School“ (IFTS) auf der Luftwaffenbasis Decimomannu bekannt. Dort sollen in Zukunft auch US-Piloten ihre „Top Gun“-Trainings absolvieren.
Damit hebt das Land seine herausragende Stellung im F-35-Programm hervor. Bisher ist Italien neben den USA das einzige Land, in dem die F-35-Jets montiert werden – in Cameri im Piemont. Die neue Ausbildungseinrichtung unterstreicht die geplante Rolle Italiens als globaler Hub für moderne Luftkampftechnologien.
Strategischer Ausbau der Verteidigungsarchitektur
Die IFTS deckt die Phase-IV-Ausbildung ab, von der Grundlagenvermittlung bis zu komplexen Luftkampftaktiken. Auf dem ca. 130.000 m² großen Gelände stehen 22 M-346-Lehrflugzeuge (die italienische Version T-346A von Leonardo) sowie zwei umfangreiche Simulatoren und modernste Schulungsräume zur Verfügung. Die Ausbildung umfasst Formation, Luftbetankung, Tag- und Nachtmanöver in Theorie und Praxis und bildet damit den idealen Übergang zu Flugzeugen der 4. und 5. Generation wie dem F-35.
Bei der Ankündigung auf der Luftwaffenbasis in Decimomannu (Sardinien) betonte Minister Crosetto, dass die Verteidigung nicht nur militärische Sicherheit garantiere, sondern zugleich ein „Motor für soziale, wirtschaftliche und technologische Innovation“ sei. In Anwesenheit von Präsident Mattarella unterstrich er die wachsende Verantwortung und Dynamik Italiens im Verbund befreundeter Staaten und Bündnisse. Auch US-Soldaten sollen demnächst dieses Hightech-Ausbildungszentrum nutzen.
Europäische Perspektive und Stärkung der Kooperation
Italiens Initiative stärkt zugleich die europäische Sicherheitsarchitektur. Bereits Ende 2024 waren weltweit über 1.100 F-35 ausgeliefert worden, davon waren mehr als 1.000 einsatzfähig. Das neue Ausbildungszentrum in Sizilien ist eine Antwort auf den steigenden Bedarf an Pilotinnen und Piloten und unterstreicht die Bedeutung der multinationalen Zusammenarbeit beim modernen Luftkampfeinsatz.
Gleichzeitig untermauert Italien seinen wirtschaftlichen Einfluss in der Rüstungsindustrie: Neben den Unternehmen Leonardo in Turin und Fincantieri schafft das Projekt zusätzliche Impulse für Zulieferer, Forschung und die regionale Entwicklung.



















