Manchmal läuft im Leben nicht alles glatt, sondern stellt sich quer. Genau dieses Gefühl fängt die italienische Sprache mit einem sehr körperlichen Bild ein. Die Redewendung andare di traverso beschreibt ursprünglich das unangenehme Erlebnis, wenn einem beim Essen ein Bissen im falschen Hals landet. Viel häufiger wird sie heute aber im übertragenen Sinn verwendet, um auszudrücken, dass man eine Situation, eine Person oder eine Bemerkung einfach nicht schlucken kann.
Hören und Sprechen
(Lautschrift: an-DA-re di tra-WER-so)
Wörtliche Übersetzung
Wörtlich: quer gehen, sich querlegen. Sinngemäß: im falschen Hals stecken bleiben, einem sauer aufstoßen, etwas nicht ertragen können.
Bedeutung und Lebensgefühl
Die Wendung andare di traverso entspringt einer körperlichen Empfindung, die jeder kennt: dem Verschlucken. Dieses plötzliche, unangenehme Steckenbleiben wird auf die Gefühlswelt übertragen. Wenn eine Situation oder die Äußerung einer Person „di traverso va“, dann bleibt sie einem im Halse stecken. Man kann sie nicht verdauen, sie erzeugt Widerwillen und Ärger. Die Redewendung hat stets eine negative Konnotation und drückt oft eine Mischung aus Frust, Unmut und dem Gefühl aus, ungerecht behandelt worden zu sein. Man benutzt sie, um deutlich zu machen, dass eine Grenze des Akzeptablen überschritten wurde.
Herkunft und Geschichte
Die Herkunft der Redewendung ist nicht auf eine bestimmte historische Anekdote zurückzuführen. Sie entsteht vielmehr aus einer direkten und naheliegenden Metapher. Das italienische Wort „traverso“ bedeutet „quer“. Die Vorstellung ist, dass Speise oder Flüssigkeit nicht den richtigen Weg durch die Speiseröhre nimmt, sondern sich querstellt und den Hals blockiert. Diese unmittelbare physische Erfahrung des Unbehagens wurde auf psychische und soziale Situationen übertragen, die man als ebenso blockierend und unerträglich empfindet.
Anwendungsbeispiel
- Quella battuta del capo durante la riunione mi è andata proprio di traverso.
- Der Witz vom Chef während der Besprechung ist mir echt sauer aufgestoßen.
Kulturtipp
Die Wendung ist in ganz Italien verbreitet und gehört zum alltäglichen Sprachgebrauch. Interessant ist, wie stark sie körperliche Empfindungen mit emotionalen Zuständen verknüpft, was für die italienische Sprache typisch ist. Achten Sie auf den Kontext: Man kann die Wendung auch ganz wörtlich verwenden, wenn ein Kind sich beim Essen verschluckt hat.
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