Manchmal möchte man jemanden einfach nur loswerden, am liebsten auf nimmer Wiedersehen. Im Italienischen gibt es dafür einen Ausdruck, der auf den ersten Blick fromm klingt, aber das genaue Gegenteil meint: andare a farsi benedire. Diese Redewendung ist ein Klassiker, um Ärger und Frustration Luft zu machen. Man schickt damit Personen oder auch lästige Dinge höflich verpackt zum Teufel.
Hören und Sprechen
Lautschrift: an-DA-re a FAR-si be-ne-DI-re
Wörtliche Übersetzung
Wörtlich: sich segnen lassen gehen. Sinngemäß: sich zum Teufel scheren, geh dahin, wo der Pfeffer wächst.
Bedeutung und Lebensgefühl
Der Ausdruck andare a farsi benedire ist ein Euphemismus, eine beschönigende Umschreibung für eine grobe Aufforderung. Man nutzt ihn, wenn man von einer Person oder einer Situation endgültig genug hat und seinem Ärger Luft machen möchte. Es ist der sprachliche Ausdruck eines Wutausbruchs oder tiefer Verärgerung. Obwohl die Worte „segnen lassen“ harmlos klingen, ist der Tonfall entscheidend: Er ist immer gereizt, wütend oder resigniert. Die Wendung gehört zur informellen Umgangssprache und wird quer durch alle Gesellschaftsschichten verwendet, um jemanden schroff abzuweisen.
Herkunft und Geschichte
Die genaue Herkunft der Redewendung ist unklar, doch ihr Charakter als Euphemismus ist offensichtlich. Statt jemanden direkt „in die Hölle“ oder an einen anderen unangenehmen Ort zu wünschen, wählt man eine ironische Umschreibung. Das „sich segnen lassen“ ist hier zynisch gemeint. Man schickt die Person an einen Ort, von dem sie besser nicht zurückkehren sollte, und gibt ihr dafür scheinheilig den Segen. Diese Art von sprachlicher Verkleidung ist typisch für viele südeuropäische Flüche und Beschimpfungen.
Anwendungsbeispiel
- Dopo ore di discussioni inutili, l’ho mandato a farsi benedire.
- Nach stundenlangen, nutzlosen Diskussionen habe ich ihn zum Teufel geschickt.
Kulturtipp
Die Wendung ist zwar unhöflich, aber nicht extrem vulgär. Sie liegt im Mittelfeld der italienischen Schimpfwörter und wird oft im Affekt gebraucht, zum Beispiel im Straßenverkehr oder bei einem Streit. Man kann die Aufforderung auch auf Gegenstände beziehen: Wenn der Computer abstürzt, kann man sagen: „E vai a farti benedire!“.
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