Es war einer der letzten gut gehüteten Geheimtipps der Einheimischen, doch nun ist er in den sozialen Netzwerken explodiert: die Möglichkeit einer Gondelfahrt in Venedig für nur zwei Euro. Dieser virale „Reise-Hack“ führt aktuell zu einem massiven Ansturm auf die sogenannten „Traghetti da Parada“ und sorgt für einen neuen Konflikt zwischen Touristen und Venezianern.
Die „Traghetto Gondola“ ist ein öffentlicher Service der Stadt, der es ermöglicht, den Canal Grande an Stellen ohne Brücken schnell zu überqueren. Die Fahrt dauert nur wenige Minuten und kostete für Nicht-Einheimische schon immer nur zwei Euro, für Venezianer sogar nur 70 Cent. Lange Zeit wurde dieser Dienst fast ausschließlich von den Bewohnern der Stadt genutzt.
Vom Geheimtipp zum viralen Ärgernis
Seitdem Reise-Influencer und Social-Media-Nutzer diesen günstigen Weg für ein kurzes Gondel-Erlebnis entdeckt und geteilt haben, hat sich die Situation drastisch verändert. Touristen stehen nun in langen Schlangen an den Anlegestellen, um für einen Bruchteil des Preises einer klassischen Gondeltour zumindest für einen Moment das Gefühl des Schwebens auf dem Wasser zu erleben.
Bei den Einheimischen sorgt dieser Ansturm für Frust und Protest. Sie sehen darin eine weitere „Invasion“, die ihren Alltag erschwert und sie an den Anlegestellen lange warten lässt. Die Gondolieri und die Stadtverwaltung halten jedoch dagegen: Es handle sich um einen öffentlichen Dienst, der – genau wie die Wasserbusse „Vaporetti“ – allen zur Verfügung stehe. Damit hat der Tourismus in Venedig einen neuen, viral befeuerten Streitpunkt.




















