Eine Ära des italienischen Fernsehens ist zu Ende: Pippo Baudo, der wohl bekannteste und einflussreichste Moderator des Landes, ist in der Nacht zum Samstag im Alter von 89 Jahren in Rom verstorben. Die TV-Legende schlief friedlich im Kreise seiner Familie im Krankenhaus Campus Biomedico ein. Baudo, der allein 13 Mal das Sanremo-Festival moderierte, galt als das Gesicht der RAI und prägte ganze Generationen von Fernsehzuschauern.
Ein Leben für die große Bühne
Geboren am 7. Juni 1936 in Sizilien, zog es den studierten Juristen Giuseppe „Pippo“ Baudo früh in die Welt des Showbusiness. In Rom begann sein kometenhafter Aufstieg im aufstrebenden Medium Fernsehen. Mit Sendungen wie „Settevoci“ in den 60er-Jahren und später dem legendären „Canzonissima“ wurde er landesweit zur Berühmtheit. In den 80er-Jahren erreichte seine Popularität mit Kultformaten wie „Domenica in“, „Fantastico“ und „Serata d’onore“ ihren absoluten Höhepunkt. Sein Name wurde zum Synonym für große und elegante Samstagabend-Unterhaltung für die ganze Familie.
Der Entdecker der Stars und das Gesicht von Sanremo
Mehr als nur ein Moderator war Baudo eine prägende Gestalt hinter den Kulissen, zeitweise als künstlerischer Leiter der RAI und von Canale 5. Sein Spitzname „der Mann, der das Fernsehen erfand“ und sein legendärer Ausspruch „l’ho inventato io“ zeugten von den unzähligen Talenten, die er entdeckte und förderte. Bis ins hohe Alter blieb er aktiv, moderierte 2018 „Sanremo Giovani“ und war ein gern gesehener Gast bei öffentlichen Anlässen. Für sein Lebenswerk wurde er 2021 mit dem Großkreuz des Verdienstordens der Italienischen Republik, dem höchsten Orden des Landes, geehrt.




















