Mitten in der Hochsaison greift die italienische Finanzpolizei (Guardia di Finanza) im beliebten Urlaubsort Gallipoli im Salento hart durch. Bei einer großangelegten Kontrollaktion wurden Dutzende illegal überbelegte Ferienwohnungen aufgedeckt, die von den Vermietern zu Höchstpreisen an ahnungslose, meist junge Touristen vermietet wurden. Die Zustände werden von den Ermittlern als teils menschenunwürdig beschrieben.
Wucherpreise für menschenunwürdige Zustände
Die Beamten der Provinzkommandantur Lecce überprüften 62 Ferienwohnungen in den Küstenorten Baia Verde und Lido San Giovanni und trafen dort auf insgesamt 424 Urlauber. Für die oft winzigen Unterkünfte zahlten die Gruppen zwischen 1.500 und 3.000 Euro pro Woche. Der Extremfall: In einer nur 50 Quadratmeter großen Wohnung, die für maximal drei Personen zugelassen war, lebten neun junge Leute, darunter fünf Minderjährige. Zudem wurde eine als Garage registrierte Immobilie entdeckt, die illegal als Wohnraum vermietet wurde.
Vermieter im Visier: Hohe Strafen und Steuerprüfungen
Für die Vermieter hat die Aktion empfindliche Konsequenzen. In 22 Fällen wurde die gesetzlich zulässige Personenzahl massiv überschritten, was nun hohe Verwaltungsstrafen nach sich zieht. Darüber hinaus leitet die Finanzpolizei umfassende Steuerprüfungen ein, um die Einnahmen aus den „Kurzzeitmieten“ zu überprüfen. Die beiden Vermieter der als Wohnung genutzten Garage wurden zudem angezeigt, da sie die Personalien ihrer Gäste nicht wie gesetzlich vorgeschrieben bei der Polizeibehörde (Questura) in Lecce gemeldet hatten.




















