Rom – Update vom 25. Oktober 2026: Italiens Regierung prüft für den Haushalt 2027 zusätzliche Steueranreize für die Einstellung junger Menschen und junger Mütter. Auch eine günstigere Besteuerung von Arbeitseinkommen junger Beschäftigter steht zur Diskussion. Verabschiedet sind die Maßnahmen noch nicht. Finanzminister Giancarlo Giorgetti warnt zugleich vor engen finanziellen Spielräumen.
Die Vorschläge sollen Teil des nächsten Haushaltsentwurfs werden, über den das Kabinett voraussichtlich in der kommenden Woche berät. Eine endgültige Fassung liegt noch nicht vor. Offen bleiben sowohl die genaue Ausgestaltung der Entlastungen als auch die mit der Europäischen Union verhandelten Möglichkeiten für zusätzliche Ausgaben.
Bei neuen Arbeitsplätzen soll ein erhöhter steuerlicher Abzug der Personalkosten die Unternehmen zur Einstellung bewegen. Für junge Mütter ist in den Beratungen ein Abzug von bis zu 180 Prozent der berücksichtigten Kosten im Gespräch. Das wäre eine Berechnungsregel für die Steuerbemessung der Arbeitgeber, keine Auszahlung von 180 Prozent und keine entsprechende Gehaltserhöhung für Beschäftigte.
Für junge Arbeitnehmer wird außerdem eine Besteuerung mit fünf Prozent diskutiert. Als andere Möglichkeit steht eine teilweise Freistellung des Einkommens im Raum. Altersgrenzen, Einkommensschwellen und die Entscheidung zwischen den Varianten sind noch nicht abschließend festgelegt. Aus den Beratungen lässt sich deshalb bislang kein konkreter individueller Anspruch ableiten.
Haushalt 2027: Hohe Ausgaben begrenzen den Spielraum
Giorgetti verwies am Samstag in einer Videobotschaft an die Unternehmervereinigung Compagnia delle Opere auf gestiegene Rohstoffkosten und höhere Zinslasten. Der diskutierte Haushaltsrahmen beträgt rund 23,5 Milliarden Euro. Mehr als 14 Milliarden Euro davon sind für Energie und Verteidigung vorgesehen. Für weitere Vorhaben bleibt damit deutlich weniger Raum.
Auch die Verlängerung von Hilfen für erwerbstätige Mütter und Regelungen zur Elternzeit gehören zu den Überlegungen. Parallel verhandelt die Regierung über einen Beitrag der Banken zur Finanzierung. Die Gespräche mit Brüssel und den betroffenen Wirtschaftsakteuren sind nicht abgeschlossen. Erst der gebilligte Entwurf und das anschließende parlamentarische Verfahren werden zeigen, welche Entlastungen tatsächlich Gesetz werden.




















