Trient – Der frischgebackene Superbike-Weltmeister Nicolò Bulega ist beim Festival dello Sport in Trient zu Gast gewesen. In einem Gespräch mit dem Journalisten Furio Zara blickte der emilianische Rennfahrer auf seinen sportlichen Aufstieg, die Herausforderungen in der Moto3-Klasse und seine Zukunft in der MotoGP. Nur fünf Tage nach seinem Titelgewinn in Cremona berichtete Bulega von seinen Emotionen und erklärte, dass der Sieg vor den Augen der Ducati-Verantwortlichen und seiner Freunde ein lang gehegter Traum gewesen sei.
Der Erfolg im Motorradsport sei zwar eine individuelle Leistung, doch stehe dahinter stets eine enorme Teamleistung. Bulega betonte, dass seine Arbeit auf der Strecke nicht funktionieren könne, wenn im Team auch nur ein Puzzleteil fehle. Im Vergleich zum Vorjahr, als er den Titel durch Pech knapp verpasst habe, sei die Maschine in dieser Saison noch besser gewesen. Zudem habe er selbst mehr Erfahrung gesammelt, was letztlich zum Triumph geführt habe.
Rückblickend thematisierte der Rennfahrer die Anfänge seiner Laufbahn und den frühen Erfolgsdruck. Da sein Vater bereits Rennen gefahren sei, kam er früh mit dem Sport in Kontakt. Die VR46 Academy von Valentino Rossi habe ihm in einer Phase, als der Sport immer kostspieliger wurde, entscheidend geholfen. Dennoch habe er in der Moto3 mit Schwierigkeiten zu kämpfen gehabt. Aufgrund seines schnellen körperlichen Wachstums sei er schwerer als die Konkurrenz geworden, was ihn Zeit gekostet habe. Im Alter von 16 Jahren sei es zudem schwierig gewesen, sich gegen deutlich ältere Kollegen zu beweisen und mit der Erwartungshaltung der Öffentlichkeit umzugehen. Er habe damals unter dem Druck gelitten, da viele Ratschläge eher für Verwirrung gesorgt hätten.
Ein zentrales Thema des Gesprächs war die Verbindung zu Valentino Rossi, den Bulega als das einzige Idol seiner Generation bezeichnete. Rossi sei vor allem mental außergewöhnlich stark gewesen und habe seine Gegner gezielt unter Druck setzen können. Nach der Trennung von der Academy im Jahr 2019 kehre Bulega nun als gereifte Persönlichkeit in den wichtigsten Rennzirkus zurück. Er werde künftig für das Team VR46 auf einer Ducati in der MotoGP an den Start gehen. Den Titel in der Superbike-WM sehe er dabei als einen wichtigen Ausgangspunkt für diese neue Herausforderung.
Abschließend äußerte sich Bulega zu seinem Fahrstil, den er als sehr sauber beschrieb. Dies führe oft dazu, dass es von außen so wirke, als würde er sich nicht voll anstrengen, während das Gegenteil der Fall sei. Angesprochen auf das Verhältnis zu Teamkollegen erklärte er, dass diese auf der Strecke immer die ersten Rivalen blieben, die man schlagen wolle.





















