Bozen – Thomas Rottensteiner führt künftig den italienischen Eissportverband FISG. Der 63-jährige Südtiroler gewann die Wahl am Samstag in Bozen mit deutlicher Mehrheit und übernimmt den Verband für die Amtszeit von 2026 bis 2030.
Bei der 48. ordentlichen FISG-Verbandsversammlung erhielt der Unternehmer vom Ritten 1.597 Stimmen und damit 77,30 Prozent. Seine Gegenkandidatin Federica Manzoni Pesenti kam auf 468 Stimmen oder 22,65 Prozent, eine Stimme blieb weiß. Rottensteiner folgt auf Andrea Gios. Nach zwölf Jahren steht damit wieder ein Südtiroler an der Spitze des italienischen Eissports.
Wie der Verband mitteilt, wurde Walter Andriolo zum Vizepräsidenten gewählt. Dem Verbandsrat gehören neben Martin Wenter und Karol Pescosta auch Marcello Cobelli, Monica Domenicali, Veronica Zappone und Diego Pozzati an. Als Athletenvertreter zogen Angela Menardi und der frühere Nationaltorhüter Andreas Bernard aus Kaltern ein, für die Trainer Gabriele Minchio. Den Vorsitz im Kollegium der Rechnungsprüfer übernimmt Hugo Perathoner.
Bereits im Juli hatte der Verband einen neuen Präsidenten bestimmen wollen. Der damalige Amtsinhaber Gios verfehlte bei seiner Kandidatur für eine vierte Amtszeit jedoch die notwendige Zweidrittelmehrheit, sodass die Wahl erneut angesetzt werden musste. Die 79 Südtiroler Eissportvereine verfügten vor der Abstimmung über rund ein Drittel der Stimmrechte, Rottensteiner erhielt somit auch weit über Südtirol hinaus Unterstützung.
Vom Viererbob an die Verbandsspitze
Rottensteiner wurde am 15. März 1963 in Bozen geboren. Als Bobfahrer startete er für Italien im Viererbob bei den Olympischen Winterspielen 1988 in Calgary und 1992 in Albertville. Später wechselte er in die Führungsebene des Eissports. Von 2004 bis 2021 leitete er die Rittner Buam, die in dieser Zeit fünf italienische Meistertitel, drei Italienpokale, fünf Supercups und einmal die Alps Hockey League gewannen. Zuletzt war er vier Jahre lang Vizepräsident der FISG.
Rottensteiner erklärte, er sei und werde der Präsident aller sein und wolle allen Verbandskomponenten Aufmerksamkeit widmen. Er wolle internationale Großveranstaltungen nach Italien holen, darunter Weltmeisterschaften im Eisschnelllauf und Shorttrack, einen Grand Prix im Eiskunstlauf sowie langfristig eine Eishockey-Weltmeisterschaft der höchsten Division. Weitere Schwerpunkte seien die Nachwuchsarbeit, eine stärkere Unterstützung der Vereine und eine bessere mediale Sichtbarkeit der Eissportarten. Den Schwung der Olympischen Winterspiele von Mailand und Cortina wolle er nutzen, um die Disziplinen auch außerhalb ihrer bisherigen Hochburgen bekannter zu machen.



















