Trient – Der Motorradrennfahrer Danilo Petrucci hat am Abend beim Festival dello Sport in Trient auf seine bewegte Karriere zurückgeblickt. Im Gespräch mit dem Journalisten Mario Salvini in der Sala della Filarmonica berichtete der aktuelle Pilot des Rokit BMW Motorrad WorldSBK Teams über seine Erfahrungen in der MotoGP, den Sieg beim Wüstenrennen Dakar und die Bedeutung von Rückschlägen.
Petrucci erklärte, dass er nicht als Auserwählter in den Sport gestartet sei. Seine Eltern hätten große Opfer gebracht, damit er zunächst im Trial- und Cross-Sport sowie später im Straßenrennsport antreten konnte. Sein Vater habe ihn dazu gedrängt, verschiedene Disziplinen auszuprobieren. Der Weg in die Weltmeisterschaft sei dennoch herausfordernd gewesen. Er habe oft daran gedacht, aufzugeben, sich aber Tag für Tag weiter nach vorne gearbeitet.
Er erinnerte sich an bedeutende Momente seiner Zeit in der MotoGP. Besonders sein Sieg in Mugello auf Ducati sei von intensiven Emotionen geprägt gewesen. Petrucci schilderte, dass er sich an die Zeit nach dem Überqueren der Ziellinie kaum noch im Detail erinnern könne. Auch das Podium in Silverstone im Jahr 2015, bei dem er vom 18. Startplatz auf Rang zwei vorfuhr, thematisierte er. Rückblickend bedauerte Petrucci, solche Erfolge damals nicht ausreichend genossen zu haben, da er sich gedanklich bereits auf das nächste Ziel konzentriert habe.
Der Wechsel zur Rallye Dakar erfolgte unter ungewöhnlichen Umständen. Nach seiner Entlassung beim Hersteller KTM, die er live im Fernsehen miterlebt habe, sei ihm die Teilnahme an dem Wüstenrennen angeboten worden. Trotz mangelnder Erfahrung im Sand, gebrochener Knöchel im Vorfeld und des Verlusts seines Reisepasses während der Rallye gelang es ihm, eine Etappe zu gewinnen. Er betonte, dass es in seiner Laufbahn weit mehr schwierige Tage und Fehler als Erfolge gegeben habe. Gerade diese Fehler hätten ihn jedoch wachsen lassen und ihm beigebracht, wie man gewinne.
Zum Abschluss äußerte sich Petrucci zu seinen Zukunftsplänen. Er wolle künftig nur noch Dinge tun, die ihm Freude bereiteten. Der Rennfahrer verriet zudem, dass er regelmäßig Tagebuch schreibe und möglicherweise ein schriftstellerisches Projekt verfolge. Sein Ziel sei es, weiterhin Aufgaben zu übernehmen, die ihm persönlich zusagten.





















