Von Cervia nach Parma: Ein Ritt durch die Seele Italiens
Für die Teilnehmer der 1000 Miglia 2025 begann auch der 20. Juni früh: Bereits um 6 Uhr morgens verließen die historischen Fahrzeuge den Startpunkt in Cervia an der Adriaküste. Das Ziel des Tages war Parma, das rund 500 Kilometer westlich liegt, jenseits des Apennin-Gebirges und nahe der Tyrrhenischen Küste. Die Route war nicht nur fahrtechnisch anspruchsvoll, sondern bot auch landschaftlich alles, was Italien zu bieten hat.
Ferraris, Pässe und Prüfungen: Der Vormittag
Nach dem Start ging es auch für die „Tribute 1000 Miglia”, die moderne Ferrari-Parade, zunächst zur Piazza Aurelio Saffi in Forlì, wo die erste Stempelkontrolle des Tages wartete. Weiter führte die Strecke nach Lardiano, wo zehn präzise Zeitfahren ausgetragen wurden. Der Zwischenstand? Keine Überraschung: Das Duo Vesco-Salvinelli dominierte weiterhin in einem Alfa Romeo 6C 1750 SS.
Anschließend nahm die Etappe richtig Fahrt auf. Der Nationalpark Foreste Casentinesi bot nicht nur eine malerische Kulisse, sondern auch anspruchsvolle Höhenmeter. Die Passüberquerung des Passo della Calla wurde zur echten Herausforderung, inklusive Durchschnittsprüfung. Danach wartete Stia mit einer Premiere auf. Die Stadt war zum ersten Mal Teil der 1000 Miglia und begrüßte die Teilnehmer mit einer Stempel- und Zeitkontrolle.
In Pratovecchio folgten weitere Prüfungen, bevor es Richtung Empoli und San Miniato ging, wo zwei weitere Stempelkontrollen durchgeführt wurden. Gegen 14:00 Uhr erreichte der Konvoi die Piazza Cordificio Billeri in Pontedera. Nach 240 intensiven Kilometern war es Zeit für eine wohlverdiente Pause.
Von Pontedera zur Marineakademie und weiter in den Westen
Am Nachmittag stand ein Höhepunkt auf dem Programm: der Einzug in die ehrwürdige Marineakademie von Livorno. Zuvor mussten die Teilnehmer jedoch noch eine Zeitkontrolle auf der Brücke der Via Vittorio Veneto überstehen und die achte Durchschnittsprüfung in Valle Benedetta meistern. In Livorno angekommen, wurden die Fahrer von Admiral Emilio Credendino persönlich empfangen. Er setzte sich selbst ans Steuer eines Fiat 1100 Monviso aus dem Jahr 1947. Hier ging es um den prestigeträchtigen „Trofeo Marina Militare”: Ein besonderes Zeitfahren innerhalb der Militärakademie entschied über den Gewinner.
Viareggio, Versilia, Passo della Cisa: Die Route der Legenden
Die Fahrt führte die Teilnehmer weiter entlang der Versilia-Küste. In Viareggio erwarteten sie fünf weitere Zeitfahren auf dem Viale dei Tigli. Danach ging es zur Zeitkontrolle in Strandnähe, bevor die historischen Fahrzeuge durch die Altstädte von Pietrasanta und Forte dei Marmi rollten. Dort, wo normalerweise das Dolce Vita regiert, donnerte heute die Vergangenheit auf vier Rädern durch die Straßen.
Doch das wahre Finale folgte am Abend: Der Passo della Cisa verlangte Mensch und Maschine alles ab. Auf den Serpentinen dieses legendären Gebirgspasses mussten zehn weitere Zeitfahren sowie die letzte Durchschnittsprüfung der 1000 Miglia absolviert werden – eine Hommage an die Motorsporthelden vergangener Tage.
Finale in Parma – und der Kampf um den Gesamtsieg.
Am späten Abend fuhr der Konvoi schließlich durch die stimmungsvoll beleuchteten Straßen Parmas. Der Zieleinlauf auf der Piazza Giuseppe Garibaldi war ein emotionaler Moment – für Fahrer, Zuschauer und Organisatoren gleichermaßen. Die Zeitkontrolle markierte das Ende dieser Mammutetappe.
Das aktuelle Klassement nach der 120. Zeitprüfung:
1. Platz: Vesco-Salvinelli – Alfa Romeo 6C 1750 SS
2. Platz: Erejomovich-Llanos, Alfa Romeo 6C 1500 SS
3. Platz: Tonconogy-Ruffini – Alfa Romeo 6C 1750 GS Spider
Tribute 1000 Miglia (Ferrari-Wertung):
1. Platz: Hotz-Mozzi – Ferrari F8 Spider
2. Platz: Vergamini-Fabrizi – Ferrari 488 GTB
3. Platz: Mancinelli-Barbieri – Ferrari 488 Pista
1000 Miglia Green (Elektroklasse):
1. Platz: Magni-Giavardi – Polestar 4
2. Platz: Costantini-Aldini, Lotus Eletre 900 Sport
3. Platz: Morelli-Ferraglio, Denza Z9GT
Fazit: Eine Etappe für die Geschichtsbücher!
Die vierte Etappe der 1000 Miglia 2025 war mehr als nur ein weiterer Abschnitt des legendären Rennens – sie war ein Statement. Quer durch Italien, durch Natur, Geschichte und Technik, forderte sie Konzentration, Kondition und Leidenschaft. Und sie zeigte: Die Faszination für die „Freccia Rossa” ist ungebrochen.
Morgen geht es in die entscheidende Phase, denn nur noch ein Tag trennt uns vom großen Finale in Brescia. Doch heute darf man sagen: Die Königsetappe hat ihren Namen mehr als verdient.
Bleib dran für weitere Updates zur 1000 Miglia 2025, dem legendärsten Oldtimer-Rennen der Welt!
Karte: Parma
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