Eine historische Route mit Symbolkraft
Bei der diesjährigen Ausgabe der 1000 Miglia wurde an die legendären „Achter“-Streckenführungen der Vorkriegszeit erinnert. Die Route verband Nord- und Süditalien sowie die Adriaküste mit dem Tyrrhenischen Meer. In Brescia starteten mehr als 450 historische Fahrzeuge und legten eine landschaftlich und kulturell eindrucksvolle Strecke zurück.
Nach dem Start im Viale Venezia in Brescia führte die erste Etappe die Teilnehmer:innen nach Ferrara, wo das Castello Estense in der Abenddämmerung eine besondere Kulisse bot. Am zweiten Tag ging es durch das kurvenreiche Mugello-Gebiet und die malerischen Landschaften des Val d’Orcia weiter nach Rom. Die dritte Etappe begann im Morgengrauen in der Hauptstadt und führte über Orvieto und Arezzo bis ans Adriatische Meer nach Cervia.
Am vierten Tag durchquerten die Fahrer die Versilia, passierten die traditionsreiche Accademia Navale in Livorno und meisterten den historischen Passo della Cisa. Die Schlussetappe war eine Hommage an die Poebene mit Stationen in Cremona, Soncino und Franciacorta, bevor das Rennen mit einem großen Empfang in Brescia endete.
Italienisches Podium mit internationalem Akzent
Andrea Vesco und Fabio Salvinelli setzten ihre beeindruckende Siegesserie fort und gewannen zum sechsten Mal in Folge. Trotz eines kurzen Rückstands nach dem vierten Renntag konnten sie sich gegen die starke Konkurrenz durchsetzen.
Den zweiten Platz belegten die Argentinier Daniel Andres Erejomovich und Gustavo Llanos, die mit einem Alfa Romeo 6C 1500 SS aus dem Jahr 1929 unterwegs waren. Den dritten Platz belegten ihre Landsleute Juan Tonconogy und Barbara Ruffini mit einem Alfa Romeo 6C 1750 GS aus dem Jahr 1931.
Im Rahmenprogramm des traditionsreichen Rennens wurden weitere Wettbewerbe ausgetragen: Den „Ferrari Tribute 1000 Miglia” entschieden Roland Hotz und Giordano Mozzi für sich, die mit einem Ferrari F8 Spider an den Start gingen. Die 1000 Miglia Green, die auf Fahrzeuge mit alternativen Antrieben fokussiert ist, wurde von Mirco Magni und Federico Giavardi auf einem Polestar 4 gewonnen.
Ein Rennen als Spiegel italienischer Identität
Die 1000 Miglia 2025 war mehr als ein Automobilrennen. Sie war eine Reise durch Italiens kulturelle und landschaftliche Vielfalt, eine bewegte Ausstellung technischer Geschichte und ein kollektives Ritual für Fahrer, Zuschauer und Gemeinden entlang der Strecke.
Der sogenannte „Freccia Rossa” verwandelte die durchquerten Orte in lebendige Bühnen: Belebte Plätze, Apenninenpässe, historische Altstädte und kleine Dörfer bildeten die Kulisse für eine Veranstaltung, die tief in der italienischen Identität verankert ist. Die Route führte entlang weniger bekannter, aber authentischer Orte, die selten in touristischen Broschüren auftauchen, die jedoch das Wesen des Landes widerspiegeln.
Am Ende stand erneut Brescia im Mittelpunkt, das die Teams mit einem Fest empfing und damit den emotionalen Schlusspunkt dieser besonderen Ausgabe setzte. Die 1000 Miglia 2025 bleibt als Bilderserie in Erinnerung, geprägt von menschlichen Momenten, historischem Glanz und technischer Eleganz.
Karte: Brescia
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