Die italienische Wettbewerbs- und Marktaufsichtsbehörde (AGCM) hat ein förmliches Verfahren gegen den Verband „Dolomiti Superski” und dessen zwölf regionale Konsortien eingeleitet. Der Vorwurf lautet auf wettbewerbsbeschränkende Absprachen: Der Dachverband soll systematisch die Preise für Skipässe zentral bestimmt und den Mitgliedskonsortien verboten haben, Pässe über externe Plattformen zu vertreiben.
Zu den betroffenen Skigebieten zählen renommierte Destinationen wie Cortina d’Ampezzo, Kronplatz, Alta Badia, Gröden/Seiser Alm, Val di Fassa, Arabba/Marmolada, Drei Zinnen, Val di Fiemme, Civetta, Gitschberg/Jochtal, Plose und Alpe Lusia/San Pellegrino. Ermittler der AGCM und der Finanzpolizei haben bereits die Büros der beteiligten Konsortien und des Dachverbands in Runggaditsch durchsucht, um Dokumente und Vorgänge zu überprüfen.
Der zentrale Verdacht richtet sich gegen zwei Hauptpunkte: Erstens soll Dolomiti Superski über seine Satzung eine Preisbindung für Skipässe durchgesetzt haben. Zweitens soll den Mitgliedskonsortien untersagt worden sein, Skipässe über Drittanbieter wie Verkaufspartner oder Online-Plattformen wie „Snowit” anzubieten. Als Folge könnten Innovationen wie dynamische Preisgestaltung oder Vergleichsangebote verhindert worden sein.
Vertreter des Verbandes haben erklärt, man werde „mit maximaler Bereitschaft, Transparenz und Verantwortung“ mit der AGCM kooperieren. Sie betonten außerdem, der Verbund sei seit über fünfzig Jahren ein „vorbildliches Konsortiumsmodell“, das für regionale Entwicklung und nachhaltigen Tourismus stehe. Nutzervertreter wie die Verbraucherorganisation Assoutenti äußerten sich hingegen erleichtert über die Untersuchung. Sie stellten fest, dass die Preise für einen Tagespass in den vergangenen vier Jahren um bis zu 24 % gestiegen seien – von 67 auf 83 Euro.
Die betroffenen Parteien haben 60 Tage Zeit, um Stellungnahmen einzureichen oder eine Anhörung zu beantragen. Bei nachgewiesenen Verstößen drohen Bußgelder von bis zu 10 % des Jahresumsatzes.



















