Rom/Ibiza – In einer konzertierten Aktion ist es italienischen und spanischen Polizeikräften gelungen, der organisierten Kriminalität einen schweren Schlag zu versetzen. Am 15. August wurden auf der spanischen Ferieninsel Ibiza drei seit Längerem gesuchte Italiener verhaftet. Sie stehen im dringenden Verdacht, zur Führungsebene eines römischen Clans der kalabrischen Mafia-Organisation ‚Ndrangheta zu gehören, der sich auf den internationalen Drogenhandel spezialisiert hat.
Die Festnahmen, die auf Anordnung der Antimafia-Direktion der Staatsanwaltschaft Rom erfolgten, sind der Höhepunkt der Ermittlungsoperation „ANEMONE“. Bereits im Juli 2024 führte diese zu 24 Festnahmen in Italien und Albanien. Bei den nun auf Ibiza gefassten Personen handelt es sich um Schlüsselfiguren, gegen die wegen Bildung einer kriminellen Vereinigung zur Einfuhr und zum Handel von Drogen unter Anwendung mafiöser Methoden ermittelt wird.
Ein Drogenimperium von Rom aus gesteuert
Die kriminelle Organisation hatte ihre Machtbasis im römischen Stadtteil San Basilio etabliert und wurde von einem 57-jährigen Kalabrier angeführt, der bereits im Juli inhaftiert wurde. Von der Hauptstadt aus steuerte das Netzwerk den Import von Kokain aus Südamerika. Die Drogen gelangten in Containern über die Häfen in Spanien, den Niederlanden und Gioia Tauro nach Europa. Für die Logistik und den Weitertransport arbeitete der Clan eng mit einer albanischen Tätergruppierung zusammen, die auch den Verkauf in anderen Teilen Roms übernahm.
Brutalität und internationale Zusammenarbeit
Ein Beleg für die besondere Gefährlichkeit der Gruppe ist ein von der Staatsanwaltschaft dokumentierter Fall von Folter. Ein Dealer wurde brutal misshandelt, weil er seine „Drogenschulden“ nicht beglichen hatte. Der Erfolg der Fahndung war nur durch eine exzellente internationale Koordination möglich, an der neben den nationalen Polizeieinheiten auch Eurojust und das Interpol-Projekt „I CAN“ (Interpol Cooperation Against ‚Ndrangheta) beteiligt waren. Bei Durchsuchungen auf Ibiza und in Barcelona wurden rund 35.000 Euro Bargeld, gefälschte Dokumente, Aufzeichnungen über Drogengeschäfte und kleinere Mengen Kokain sichergestellt. Einer der Männer, der auch wegen Körperverletzung und Widerstand gegen die Staatsgewalt gesucht wurde, leistete bei seiner Festnahme Widerstand und versuchte zu fliehen.




















