Livorno – Mit einem Großeinsatz ist den Carabinieri in der toskanischen Hafenstadt Livorno ein entscheidender Schlag gegen die lokale Drogenszene gelungen. Am heutigen Mittwochmorgen führten mehr als 150 Beamte die „Operation Garibaldi“ durch, die sich gegen einen seit langem etablierten Drogenumschlagplatz im Herzen der Stadt richtete. Im Ergebnis wurden 15 richterliche Anordnungen vollstreckt, darunter fünf Haftbefehle und neun Aufenthaltsverbote. Gegen 38 weitere Verdächtige laufen Durchsuchungen.
Ein Drogenmarkt unter den Augen von Kindern
Die monatelangen Ermittlungen konzentrierten sich auf die Piazza Garibaldi und die angrenzenden Gassen. Obwohl zentral gelegen, war das Areal zu einem Synonym für Verwahrlosung und Kriminalität verkommen. Dealer verkauften rund um die Uhr Kokain, Haschisch und andere Substanzen – oft am helllichten Tag und in unmittelbarer Nähe von Spielplätzen, auf denen sich Familien mit Kindern aufhielten. Diese offene Szene sorgte für ein weitverbreitetes Gefühl der Unsicherheit bei Anwohnern und führte regelmäßig zu gewalttätigen Auseinandersetzungen und Beschaffungskriminalität.
Monatelange Ermittlungen mit erschreckenden Details
Seit September 2024 hatten die Carabinieri den Drogenmarkt mit verdeckten Beobachtungen und Videoüberwachung im Visier. Die Ermittler konnten über 430 Drogenverkäufe dokumentieren. Besonders alarmierend: Unter den Käufern waren nachweislich mehrere Minderjährige. In einem besonders schockierenden Fall brachte ein Drogenkonsument seinen etwa zweijährigen Sohn zum Kauf mit; die Carabinieri schalteten umgehend das Jugendgericht ein. Die Operation zerschlug nun eine Struktur, die nach Schätzungen der Ermittler täglich rund 1.000 Euro umsetzte. Für 22 illegale Einwanderer ohne Tatverdacht, die im Zuge der Ermittlungen angetroffen wurden, wurde das Ausweisungsverfahren eingeleitet.




















