In der Nacht auf Donnerstag wurde die süditalienische Stadt Foggia von einem brutalen Femizid erschüttert. Eine 46-jährige Frau marokkanischer Herkunft wurde in einer Gasse der Altstadt, nur wenige Schritte von ihrer Wohnung entfernt, mit mehreren Messerstichen getötet. Ihr Ex-Partner, ebenfalls aus Marokko stammend, wurde kurz darauf in Rom festgenommen – er trug noch blutverschmierte Kleidung.
Die Tat wirft ein Schlaglicht auf das Versagen der Schutzmaßnahmen. Die Frau hatte ihren Ex-Partner nach einer nur wenige Monate dauernden Beziehung, die von Beginn an von Drohungen und obsessivem Verhalten geprägt war, wegen Stalking angezeigt. Daraufhin wurde ein Schutzverfahren nach dem „Codice Rosso“ eingeleitet, einem italienischen Protokoll zur Beschleunigung von Maßnahmen bei geschlechtsspezifischer Gewalt. Bereits im Mai wurde eine Näherungsverbotsverfügung samt elektronischer Fußfessel gegen den Mann verhängt.
Doch wie die Staatsanwaltschaft Foggia einräumte, wurde die Fußfessel aus „technischen Gründen” nie angelegt. Im Juli wurde die Maßnahme verschärft und ein Untersuchungshaftbefehl erlassen. Dieser konnte jedoch nicht vollstreckt werden, da der obdachlose Mann als unauffindbar galt.
Auch das Anti-Gewalt-Zentrum „Telefono Donna“, an das sich das Opfer im April gewandt hatte, stufte die Gefahr als „hoch“ ein. Die Frau hatte es jedoch abgelehnt, die Stadt zu verlassen. In der Tatnacht gelang es ihr offenbar noch, die Polizei zu alarmieren, doch für sie kam jede Hilfe zu spät.




















