Schlangenfest Cocullo 2027 hat bereits stattgefunden. Den nächsten Termin tragen wir ein, sobald er feststeht. Alle kommenden Events in den Abruzzen
Es ist eines der ungewöhnlichsten Feste Italiens: Am 1. Mai trägt das kleine Bergdorf Cocullo in den Abruzzen eine über und über mit lebenden Schlangen bedeckte Heiligenstatue durch seine Gassen. Die Festa dei Serpari verbindet christliche Verehrung des heiligen Domenico mit uralten, vorchristlichen Wurzeln – ein faszinierendes Ritual, das in guten Jahren über 15.000 Schaulustige in die wilde Bergwelt der Marsica zieht. Dieser Guide zeigt dir, wie das Fest abläuft – und wie du es mit den Abruzzen verbindest.

Schlangenfest Cocullo auf einen Blick
- Was: religiöses Volksfest (Festa dei Serpari) mit lebenden Schlangen auf einer Heiligenstatue
- Wo: Cocullo, Bergdorf in der Marsica (Provinz L’Aquila, Abruzzen)
- Wann: jeweils am 1. Mai, Höhepunkt mit der Prozession gegen Mittag
- Besonderheit: uralte Tradition mit vorchristlichen Wurzeln zu Ehren von San Domenico
- Andrang: mehrere Tausend Besucher, in Spitzenjahren über 15.000 – bei rund 200 Einwohnern
- Empfohlene Aufenthaltsdauer: 2–3 Tage (mit der Region)
- Nächster Flughafen: Rom ~150 km, Pescara ~90 km
- Dein Vorteil: einzigartiges Ritual abseits des Massentourismus, mitten in wilder Bergnatur
- Insider-Tipp: Übernachte in Sulmona – Cocullo selbst hat kaum Betten, und Sulmona ist ein lohnendes Ziel für sich
Schlangenfest Cocullo 2027: Samstag, 1. Mai
Die Festa dei Serpari fällt jedes Jahr auf den 1. Mai – 2027 also auf einen Samstag. Die Messe beginnt am Vormittag, die Prozession mit der schlangenbedeckten Statue setzt sich gegen Mittag in Bewegung.
Stand: Juli 2026 · Angaben laut Veranstalter.
Warum lohnt sich das Schlangenfest Cocullo?
Es ist ein Bild, das man nicht vergisst: Eine Heiligenstatue, getragen von der Menge, vollständig bedeckt von lebenden, ungiftigen Schlangen, die sich langsam über Holz und Gewänder winden. Die Festa dei Serpari ist kein Spektakel für Touristen, sondern ein tief verwurzeltes Ritual, wie es auch das Barfußrennen im nahen Pacentro ist – und genau das macht ihren Reiz aus.
Was den besonderen Reiz ausmacht: Hier treffen christliche Frömmigkeit und uralte Bräuche aufeinander. Die Wurzeln reichen zum Volk der Marsi zurück, das schon in der Antike für seine Schlangenbeschwörer und die Verehrung der Göttin Angitia (italienisch Angizia) bekannt war. Zu Frühlingsbeginn brachten die Marsi ihr Schlangen dar – als Bitte um Schutz vor Schlangenbissen, Malaria und wilden Tieren. Im Mittelalter verschmolz dieser Brauch mit dem Kult um San Domenico, den Schutzheiligen gegen Schlangenbisse und Zahnschmerzen. Italien hat das Fest inzwischen als Kandidaten für das immaterielle UNESCO-Weltkulturerbe ins Gespräch gebracht.
Für Reisende ist das Fest ein Anlass, die ursprünglichen, oft übersehenen Abruzzen zu entdecken – eine der wildesten und grünsten Regionen Italiens. Was genau passiert und wie du den Besuch planst, liest du jetzt.
Die Legende von San Domenico – woher der Brauch kommt
Der Überlieferung nach kam Domenico di Sora, ein Benediktinermönch des 11. Jahrhunderts, auf seinen Wanderungen durch die Abruzzen auch nach Cocullo. Das Dorf litt damals unter einer Schlangenplage – und der Mönch, so erzählt man sich, befreite es davon. Beim Abschied zog er sich einen Zahn und schenkte ihn den Bewohnern als Reliquie.
Dieser Zahn wird bis heute in Cocullo aufbewahrt und verehrt. Er ist der Grund, warum San Domenico nicht nur als Schutzpatron gegen Schlangenbisse gilt, sondern auch gegen Zahnschmerzen – und warum am Festtag ein ganz eigenes Bittritual zum Ablauf gehört (dazu gleich mehr).
Die Legende erklärt allerdings nur die christliche Hälfte des Fests. Die andere Hälfte ist viel älter: Schon lange vor San Domenico zogen hier Schlangenbeschwörer durch die Berge. Das Christentum hat den alten Kult nicht ersetzt, sondern übernommen – und genau diese Doppelbödigkeit macht die Festa dei Serpari zu einem der spannendsten Feste Italiens.

Wie läuft das Schlangenfest ab?
Der 1. Mai folgt einem festen, jahrhundertealten Ablauf. Diese Bausteine solltest du kennen:
Die serpari und ihre Schlangen
Die Vorbereitung beginnt lange vor dem Fest: Ab dem 19. März, dem Tag des heiligen Josef, ziehen die serpari (Schlangenfänger) in die Berge rund um Cocullo. Gefangen werden ausschließlich ungiftige Arten – vor allem Äskulapnattern, dazu Zornnattern und Gelbgrüne Zornnattern. Bis zum 1. Mai werden die Tiere gefüttert und gehegt, am Festtag behutsam um die Statue drapiert und anschließend wieder dort freigelassen, wo sie gefunden wurden.
Serpari ist längst kein reiner Männerberuf mehr – inzwischen gehören auch Frauen dazu. Und wer möchte, darf sich am Festtag von ihnen eine Schlange in die Hand oder um den Hals legen lassen.
Die Messe am Morgen
Am Vormittag versammeln sich die Gläubigen zur Messe in der Kirche Santa Maria delle Grazie. Eine bekannte Geste: das Läuten eines Glöckchens, dessen Kette mit den Zähnen gezogen wird – ein Bittritual gegen Zahnschmerzen, für das San Domenico als Schutzpatron gilt. Ein zweiter, weniger bekannter Brauch: Die Gläubigen nehmen gesegnete Erde vom Kirchhof mit, um sie auf ihren Feldern zu verstreuen – für eine reiche Ernte und gegen Schädlinge.
Die Prozession am Mittag
Gegen 12 Uhr verlässt die Statue von San Domenico die Kirche. Der Heilige trägt eine braune Mönchskutte, in der einen Hand einen Bischofsstab, in der anderen ein Hufeisen. Die serpari legen ihm die Schlangen auf, bis Gesicht und Gewand kaum noch zu sehen sind – und dann setzt sich der Zug in Bewegung: Fahnenträger, die Bruderschaft der Serpari, eine Musikkapelle, Weihrauch, Kirchenlieder und Blütenblätter, die von den Balkonen regnen. Wie sich die Schlangen dabei verhalten, gilt traditionell als Vorzeichen für das kommende Jahr.
Das Ende des Festes
Am frühen Nachmittag kehrt die Statue unter Böllerschüssen in die Kirche zurück; am Ortsrand folgt oft noch ein Feuerwerk. Die Schlangen werden eingesammelt und zurück in die Natur gebracht. Rund um die Prozession herrscht in Cocullo den ganzen Tag Festtagsstimmung mit Ständen und regionalen Spezialitäten.
Geheimtipp: Komm früh, denn das winzige Dorf füllt sich rasch. Wer in den oberen Gassen einen Platz findet, sieht die schlangenbedeckte Statue von oben besonders eindrucksvoll.

Wie kommst du nach Cocullo?
Cocullo liegt in der Marsica, gut erreichbar an der Achse Rom–Pescara. Mit dem Auto nimmst du die Autobahn A25 („Autostrada dei Parchi“) und die Ausfahrt „Cocullo“ – von Rom sind es rund 150 km oder etwa 1 Stunde 45 Minuten, von Pescara rund 90 km und etwa eine Stunde. Rechne am Festtag aber großzügig auf: In starken Jahren steht der Verkehr mehrere Kilometer weit bis hinunter nach Casale, dem Nachbarort.
Wie kommst du ohne Auto hin? Cocullo hat einen kleinen Bahnhof an der Strecke Rom–Sulmona/Pescara; am 1. Mai halten dort Sonderzüge von Trenitalia. Ab Rom Tiburtina oder Pescara Centrale bist du jeweils rund zwei Stunden unterwegs – und ersparst dir Stau und Parkplatzsuche.
Mit dem Flugzeug nutzt du Rom (~150 km) oder Pescara (~90 km) und reist per Auto oder Bahn weiter. Am Festtag ist das gesamte Dorf Fußgängerzone: Feste Schuhe sind sinnvoll, die Gassen sind steil und gepflastert.
Wo kann man in Cocullo am besten parken?
Das Dorf ist winzig, und am Festtag ist die direkte Zufahrt stark begrenzt. Verwiesen wird auf Parkflächen außerhalb, von wo Shuttles oder Fußwege ins Zentrum führen; zusätzlich öffnen Einheimische ihre privaten Wiesen als Parkplatz gegen eine kleine Gebühr. Am entspanntesten ist und bleibt die Anreise mit der Bahn.
Die Abruzzen entdecken – rund um Cocullo
Die Abruzzen gehören zu den ursprünglichsten Regionen Italiens – über ein Drittel steht unter Naturschutz. Ganz in der Nähe liegt die elegante Stadt Sulmona, Geburtsort des Dichters Ovid, mit ihrem mittelalterlichen Aquädukt an der Piazza Garibaldi und berühmt für ihre confetti (kunstvolle Zuckermandeln). Ein Muss ist das malerische Bergdorf Scanno mit seinem herzförmigen See – vom Aussichtspunkt Belvedere del Cuore siehst du die Herzform am besten. Was du dort alles erleben kannst, zeigt dir unser Guide zu Scanno und seinem herzförmigen Bergsee.
Naturfreunde zieht es in den Nationalpark Abruzzen, Latium und Molise, Heimat von Apenninwölfen, Steinadlern und den seltenen Marsicanischen Braunbären. Nördlich davon schließt der Nationalpark Maiella an, wo Eremitagen wie das Eremo di San Bartolomeo oder das Eremo di Celestino V. förmlich in den Fels hineingebaut wurden.
Drei Ziele lohnen den Umweg besonders:
- Gole del Sagittario bei Anversa degli Abruzzi – eine enge, wildromantische Schlucht, im Sommer auch per Kajak befahrbar.
- Aielli – ein Dorf, das sich mit über 50 Wandbildern in ein Freiluft-Museum verwandelt hat; im Torre delle Stelle gibt es dazu einen Blick in den Sternenhimmel.
- Rocca Calascio – die höchstgelegene Festung des Apennin, Drehort von „Der Name der Rose“ und „Ladyhawke“, mit Panorama zum Gran Sasso.
Wer noch Zeit hat, fährt weiter an die Costa dei Trabocchi, wo die alten hölzernen Fischerplattformen ins Meer ragen. So wird aus dem Festbesuch eine Entdeckungsreise durch das grüne Herz Italiens.

Wo übernachtest du am besten rund um Cocullo?
Cocullo selbst hat kaum Unterkünfte – am besten übernachtest du im nahen Sulmona oder in der Region. Diese sechs Optionen decken unterschiedliche Ansprüche ab:
- Hotel Rojan – in der Altstadt von Sulmona · €€€ · komfortables Stadthotel als gute Basis
- Hotel Vittorio Veneto Private SPA – in Sulmona · €€€ · Vier-Sterne-Haus mit kleinem Wellnessbereich
- Hotel Stella – in Sulmona · €€ · zentral und solide, ideal für eine Nacht
- Bioagriturismo Sofia – nahe der Autobahnausfahrt Cocullo · €€ · bäuerliche Gastlichkeit mit Hofküche, kurze Wege zum Fest
- Hotel San Berardo – in Pescina · €€ · ruhig gelegen, mit Pool, gute Basis für die Marsica
- B&B Il Sorbo – auf einem Gutshof in den Hügeln bei Cocullo · € · einfach, familiär und nah dran
Wichtig: Zum Fest am 1. Mai sind die wenigen Betten in der Umgebung Monate im Voraus ausgebucht – buche früh. Wenn rund um Cocullo nichts mehr frei ist, lohnt der Blick auf den Fucino-See oder ins Sangro-Tal. Du willst die Lage direkt vergleichen oder weitere Optionen sehen? Hier eine interaktive Karte mit Live-Verfügbarkeit und Preisvergleich:
Top Unterkünfte in und um Cocullo / Sulmona
Wo isst du am besten rund um Cocullo?
Die abruzzesische Küche ist herzhaft und ländlich. Probier arrosticini (Lammspieße vom Grill, klassisch begleitet von einem Montepulciano d’Abruzzo), maccheroni alla chitarra mit Ragù, deftige Hülsenfrucht-Eintöpfe und pecorino d’Abruzzo, der auf den Märkten frisch vom Laib geschnitten wird. Süß wird es mit den confetti di Sulmona und den ferratelle, dünnen Anis-Waffeln aus dem Eisen; als Digestif reicht man genziana, einen Likör aus Enzianwurzel. Diese drei Adressen (in und um Sulmona) stehen für drei Preisklassen:
- Ristorante Clemente – in Sulmona · €€€ · regionale Küche auf gehobenem Niveau
- Hostaria dell’Arco – in Sulmona · €€ · gemütlich mit abruzzesischen Klassikern
- Trattoria in der Marsica – nahe Cocullo · € · bodenständige Bergküche mit Arrosticini
Am Festtag selbst musst du dir übrigens keine Sorgen ums Essen machen: Entlang der Zufahrt und auf den Plätzen reihen sich Stände mit Arrosticini, Käse, Süßigkeiten und Wein.
Restaurant- und Hotelempfehlungen basieren auf aktuellen Bewertungen und Marktrecherchen (Stand: Juli 2026). Preise, Öffnungszeiten und Verfügbarkeiten ändern sich – prüfe vor deinem Besuch die aktuelle Lage.
Die besten Fotospots beim Schlangenfest
Die Festa dei Serpari ist ein Fest der starken Bilder – aber die Menge ist dicht, und der beste Platz ist schnell weg. Diese Spots funktionieren zuverlässig:
- Vor der Kirche Santa Maria delle Grazie: Hier wird die Statue mit den Schlangen behängt – der intensivste Moment des Tages. Sei mindestens eine Stunde vorher da.
- Erhöht an der Piazza: Von Treppen und Mauervorsprüngen fotografierst du über die Köpfe hinweg und bekommst Statue und Menge gemeinsam ins Bild.
- In den oberen Gassen: Der Blick von schräg oben auf die schlangenbedeckte Statue ist das Motiv, das kaum jemand hat.
- Nahaufnahmen bei den serpari: Frag kurz, bevor du dicht herangehst – die meisten zeigen ihre Tiere gern.
- Details: Balkone mit Blumenschmuck, das Heiligtum mit der Zahnreliquie, Weihrauchschwaden im Gegenlicht.
Und außerhalb von Cocullo: der Lago di Scanno vom Belvedere del Cuore, die Gole del Sagittario, die Murales von Aielli und Rocca Calascio im Abendlicht.

Wann ist die beste Reisezeit für Cocullo und die Abruzzen?
Das Schlangenfest fällt fix auf den 1. Mai – mitten in den Frühling, wenn die Bergwiesen grünen und das Wetter mild ist. Rund um den Festtag erlebst du die Marsica von ihrer lebendigsten Seite.
Generell sind Frühling und Frühherbst ideal für die Abruzzen, mit angenehmen Temperaturen zum Wandern. Der Sommer ist in den Bergen angenehm kühl, während die Küste lockt. Im Winter wird die Region zum Skigebiet (etwa Roccaraso). Für die Festa dei Serpari ist aber der 1. Mai gesetzt.
Was du über das Schlangenfest wissen solltest
Damit dein Besuch reibungslos läuft, hier die ehrlichen Hinweise:
- Sehr voll im kleinen Dorf. Cocullo hat nur wenige Hundert Einwohner; am Festtag drängen sich Tausende – komm früh und rechne mit Gedränge.
- Anreise planen. Die Zufahrt ist am 1. Mai begrenzt und der Stau reicht bisweilen kilometerweit; die Bahn (oft mit Sonderzügen) ist die entspannteste Option.
- Respektvoll bleiben. Die Festa dei Serpari ist ein religiöses Fest, kein Zoo – beobachte respektvoll, halte die Kamera aus der Prozession heraus und folge den Anweisungen der Veranstalter.
- Unterkünfte früh buchen. In Cocullo gibt es kaum Betten; Quartiere in Sulmona und Umgebung sind zum Fest schnell vergeben.
- Wichtig: Programm und genaue Zeiten können je nach Jahr leicht variieren – informier dich kurz vorher über den aktuellen Ablauf.
Schlangen, San Domenico und wilde Berge: Lohnt sich das Schlangenfest Cocullo?
Ja – besonders, wenn du authentische Traditionen abseits des Massentourismus suchst. Kaum ein Fest in Italien ist so ungewöhnlich und tief verwurzelt wie die Festa dei Serpari, und die Abruzzen sind eine der letzten wirklich ursprünglichen Regionen des Landes. Für wen lohnt es sich weniger? Für alle mit ausgeprägter Schlangenangst oder für Reisende, die Komfort und Trubel einer Stadt erwarten – Cocullo ist winzig und einfach. Wer aber das echte, raue Italien erleben will, bekommt ein unvergessliches Erlebnis. Kombiniert mit Sulmona, Scanno und einer Wanderung im Nationalpark wird daraus eine eindrucksvolle Abruzzen-Reise. Wer danach noch ans Meer will, hängt die Costa dei Trabocchi mit ihren Fischerplattformen und der Via Verde an – von Cocullo aus rund anderthalb Autostunden Richtung Adria.
Karte: Cocullo, Abruzzen
Video: Das Schlangenfest in Cocullo
FAQ – Häufige Fragen zum Schlangenfest Cocullo
Erlebnisse & Sehenswürdigkeiten
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